Ernest Hemingway - Schnee auf dem Kilimandscharo

Originaltitel: 49 Stories
Erzählung(en). Rowohlt Verlag 1961
129 Seiten, ISBN: 3499226049

6 Short Stories sind in diesem Band gesammelt; zu den am nachhaltigsten im Gedächtnis haften bleibenden gehören sicherlich "Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber" sowie die Titelgeschichte.

Francis Macomber und seine Frau waren auf Safari - ein Löwe sollte es an diesem Tag sein. Angeschossen wurde er auch, als es jedoch darum ging, ihm nachzuspüren, das waidwunde Tier engültig zu erlegen, war Francis wie ein Hasenfuß davongelaufen. Vor den Augen seiner Frau, die ihm diese Feigheit noch in der selben Nacht mit dem Jäger vergilt. Dann folgt die Büffeljagd - gegen die Konventionen zu einem großen Teil aus dem Fahrzeug heraus. Als er glaubt, seinen Mut entdeckt zu haben, kracht ein Schuss….

Schnee auf dem Kilimandscharo - das ist es, was bleiben wird, das fühlt er. Eine kleine Unvorsichtigkeit nur, einen Kratzer nicht ordentlich desinfiziert - nun ist sein Bein brandig. Seine Frau will ihn trösten, ihm Mut zusprechen - doch er vergilt es ihr mit Grausamkeiten. Und dämmert immer wieder davon, zurück in seine Vergangenheit…

Ernest Hemingway - das sind vor allem seine Short Stories. Das wurde mir immer wieder gepredigt - doch da ich lieber Romane als Erzählungen lese, habe ich mich bislang eher an diese gehalten. Ich hatte etwas verpasst!

Es ist unglaublich, wieviel er mit diesen wenigen, lakonisch hingeworfen wirkenden Worten erzählt. Da schwingen Untertöne mit, die anderswo schon lange in epischer Breite ausgewalzt worden wären - doch das hat Hemingway nicht nötig.

Wenn man ein wenig über seine Schreibgewohnheiten gelesen hat, über seine Angewohnheit, seinen Geschichten jedes Gramm Fett zu entziehen, bis nur noch die Knochen übrig sind - und danach diese Erzählungen liest - dann weiß man: jeder Satz ist ein Meisterwerk.

Ernest Hemingway

Ernest Hemingway wurde am 21. Juli 1899 als Sohn eines Arztes in Oak Park / Illinois geboren. Er wurde Reporter einer Lokalzeitung, bing 1918 mit dem Roten Kreuz an die italienische Front und wurde dort verwundet. In den 20er Jahren lebte Hemingway für einige Zeit in Paris im Kreise illustrer Künstlerpersönlichkeiten In der darauffolgenden Zeit arbeitete der Schriftsteller auch weiterhin als Korrespondent und berichtete aus dem Nahen Osten und China sowie über den spanischen Bürgerkrieg. 1954 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Am 2. Juli 1961 nahm er sich das Leben.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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