Ernest Hemingway - Paris

Originaltitel: A Moveable Feast
Roman. Rowohlt Verlag 1965
185 Seiten, ISBN: 3499226057

Ernest Hemingway lebte Anfang der 20er Jahre in Paris - also die Zeit kurz nach dem Krieg, den er ja selbst miterlebt hatte. Er wurde in Italien verwundet.

Während dieser Zeit war er erst noch Reporter für eine Zeitung beschäftigt - und begann, erste Short Stories zu schreiben.

Diese Zeit, die er selbst als sehr glücklich erlebt hat, beschreibt er hier - frisch verliebt und verheiratet, ein kleines Kind, die Arbeit, die ihn völlig in den Bann schlägt, über der er alles andere vergessen kann. Zum Beispiel auch die Tatsache, dass die kleine Familie von der Hand in den Mund lebt, eigentlich sehr arm ist - sich aber nicht so fühlt.

Denn Paris in den 20er Jahren, so wie Hemingway es hier beschreibt, hat eine Vielzahl illustrer Künstler beherbergt; Gertrude Stein zählte ebenso zu den Menschen, mit denen er befreundet war, wie auch Ezra Pound oder F. Scott Fitzgerald.

Hemingway vermittelt mit wenigen Worten das Lebensgefühl einer ganzen Generation, der "Lost Generation" eines Künstlerlebens in Paris.

Man möchte dabeigewesen sein.

So einfach Hemingway auch zu lesen ist, so sparsam er seine Worte einsetzt; er ist einfach phantastisch! Mit diesen wenigen Mitteln schafft er es, mich mitten in diese Zeit zu versetzen und mir zumindest Sehnsucht danach einzuflößen.

Was er über die Schriftstellerei zu sagen hat, kann man seinem eigenen Werk auch anmerken: alles Überflüssige muss weg. Nur die Sehnen und Knochen sollen zu sehen sein, das Fleisch soll sich der Leser selber dazudenken.

Mich haben diese Erinnerungen jedenfalls dazu angeregt, seine anderen Bücher wieder mal zu lesen - allen voran "Fiesta", dessen Entstehung hier ja auch beschrieben wird.

Ansonsten bleibt mein Tipp: wer entweder den Autor oder Paris mag, wird bestimmt auch dieses Buch mögen...

Ernest Hemingway

Ernest Hemingway wurde am 21. Juli 1899 als Sohn eines Arztes in Oak Park / Illinois geboren. Er wurde Reporter einer Lokalzeitung, bing 1918 mit dem Roten Kreuz an die italienische Front und wurde dort verwundet. In den 20er Jahren lebte Hemingway für einige Zeit in Paris im Kreise illustrer Künstlerpersönlichkeiten In der darauffolgenden Zeit arbeitete der Schriftsteller auch weiterhin als Korrespondent und berichtete aus dem Nahen Osten und China sowie über den spanischen Bürgerkrieg. 1954 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Am 2. Juli 1961 nahm er sich das Leben.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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