Ethan Hawke - Aschermittwoch

Originaltitel: Ash Wednesdady
Roman. Kiepenheuer & Witsch 2002
315 Seiten, ISBN: 3548258808

Fast unmittelbar nachdem Jimmy sich von Christy getrennt hat, tut es ihm auch schon wieder leid. Jetzt war er nur noch einer von vielen Idioten, die aus einem unerfindlichen Grund in die Army eingetreten waren und sich ihre Zeit jetzt mit Alkohol und Drogen vertrieben.

Christy hat sich in der Zwischenzeit entschieden, nach Hause zu fahren - nach Texas, wo sie vor 7 Jahren gegen den Willen ihres Vaters aufgebrochen war, um einem Kerl zu folgen, der nicht gut für sie war. Doch nun, da sie selbst ein Kind erwartet, ist es an der Zeit für sie, mit ihrer Familie ins Reine zu kommen.

Dass sie schwanger ist, hat sie Jimmy nicht erzählt; doch als er sie auf ihrem Weg nach Texas an einem Umsteigebahnhof einholt und ihr einen Heiratsantrag macht, ist ihre erste Vermutung, dass ihre Freundin ihn eingeweiht hätte. Seine Beteuerungen, sie als die eine und einzige Frau in seinem Leben haben zu wollen, für sie sorgen zu wollen, fruchten schließlich: sie willigt ein.

Und so beginnt für sie beide eine Reise in die Vergangenheit, um die gemeinsame Zukunft klar zu machen...

Nach den ersten paar Seiten habe ich das Buch erstmal wieder weggelegt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, es bis zum Schluss zu ertragen. Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Perspektive Christys und Jimmys erzählt; den Anfang macht Jimmy, und die Vorstellung des schnurrbarttragenden Army-Kerls, der ein hochfrisiertes Auto fährt und hauptsächlich von Drogen spricht, war für mich in hohem Maß unsympathisch.

Wochen später ein neuer Versuch, diesmal mit Christy - und plötzlich war ich auch drin in der Geschichte. Gerade zu Beginn gibt es einige Szenen, in denen es Hawke ausgezeichnet gelingt, die unterschiedlichen Erwartungen der beiden an eine Beziehung zu zeigen, die Ängste, die beide beherrschen, die Geschichten aus der Vergangenheit, die jeden von ihnen in dieser Hinsicht prägen.

So weit so gut. Doch leider kommen dazwischen auch lange Passagen, die in ihrer *ich hab die Wahrheit entdeckt*-Manier nur schwer erträglich sind, gefolgt von Szenen und Dialogen, die wiederum einfach nur langweilig waren.

Schade eigentlich - Hawke hatte mich mit seinem ersten Buch, "Hin und weg", wirklich überrascht, das war eine gelungene, moderne Liebesgeschichte. Doch "Aschermittwoch" krankt an Glaubwürdigkeit. Auch hier kann man sehen, dass der Autor beobachten kann, dass er stimmige Szenen schreiben kann - aber leider trägt es diesmal nicht für einen ganzen Roman.

Ethan Hawke

Ethan Hawke wurde als Schauspieler bekannt. Seine bekanntesten Filme: "Club der toten Dichter", "Reality Bites", "Before Sunrise", "Great Expactations", "Gattaca", "Schnee, der auf Zedern fällt", "Training Day"

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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