Originaltitel: Die verschluckte Musik
Roman. Luchterhand Literaturverlag 2001
267 Seiten, ISBN: 3630871003
Einen Roman verspricht der Buchumschlag; leider ein leeres Versprechen, denn als Roman würde ich diese lose gestückelten Erinnerungsfragmente nicht bezeichnen.
Seit sie damals Bukarest auf dem Schiff verlassen hatte, war seine Mutter nicht mehr in Rumänien gewesen – doch viele ihrer Rituale und Redewendungen zeigten, dass der Ort ihrer Kindheit in ihr immer noch lebendig war.
Von der Teestunde erzählt sie ihrem Sohn, als dieser noch ein Kind ist, von den süßlichen Fleischpasteten, die bei einem bestimmten Bäcker zu holen zum guten Ton gehörte - und von der Straße, in der sie aufwuchs. Aber sie sollte nie wieder einen Fuß in dieses Land setzen. Und daher reist er an ihrer Stelle, reist nach einem Jahrhundert an den Ort, der für seine Familie so viel Bedeutung gewonnen hatte.
Aber das Rumänien, das er hier vorfindet, hat nicht mehr viel gemein mit dem Ort, den es hier vor dem zweiten Weltkrieg gab. Was im Krieg nicht unterging, wurde dann unter Ceaucescu zerstört…
Auch wenn man immer wieder Szenen geschildert erhält, die einen kurzen Blick auf eine andere Zeit, eine andere Gesellschaftsordnung erlauben – der Großteil des Buches ist leider furchtbar langweilig und anstrengend.
Permanent wechseln die Erzählperspektiven, die Zeitläufe, häufig ohne erkennbaren Übergang. Die Kindheit der Mutter, des Sohnes, des Großvaters verschwimmen hier – bald ist nicht mehr klar, wer denn nun gerade den Leser unterhält.
Aufgrund des Klappentextes und meines Interesse für Rumänien war ich schon sehr positiv gespannt auf dieses Buch, wurde aber – unter anderem - durch die entsetzliche Handlungsarmut des Romans dann enttäuscht. Ein Buch, das man nicht gelesen haben muss.
©13.05.2002 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2009 LESELUST Daniela & Markus Brezing