Wolf Haas - Wie die Tiere

Originaltitel: Wie die Tiere
Krimi. Rowohlt Verlag 2002
217 Seiten, ISBN: 3499233312

Ein klassischer Wolf-Haas-Krimi beginnt mit den Worten "Jetzt ist schon wieder etwas passiert". So auch dieser Fall: und zwar sind es diesmal Tiere, die zuerst tot aufgefunden werden. Hunde, um genauer zu sein. Hunde, die ein im Park verstreutes Hundekeks gefressen haben, das mit Stecknadeln gespickt war. Und wer ist im Verdacht? Natürlich die andere Partei, die um ungehinderten Zugang zu den Parkwiesen kämpft: die Eltern. Schließlich gibt es da im Park nur eine Entscheidung: entweder Kind oder Hund. Beides geht nicht.

Aber die Eltern behaupten auch, nichts damit zu tun zu haben. Schließlich ist die Gefahr zu groß, dass auch ein mal ein kleines Kind so einen Keks verschluckt, und dann frage nicht.

Aber dann ist plötzlich auch ein Mensch tot. Totgebissen von einem Hund. Und jetzt geht die wilde Spekulation erst richtig los...

Wie immer bei den Wolf-Haas-Krimis fand ich auch diesmal den Plot nicht so wichtig; vom reinen Krimiinteresse her gibt es wesentlich spannendere, besser konstruierte Krimis. Aber das ist für mich ja auch nicht der Grund, warum ich mich auf jeden neuen Band stürze; was mich an diesen Krimis blendend amüsiert, ist zum einen die Sprache und zum anderen der Witz.

Wolf Haas schreibt in einem ganz eigenen Stil, der sehr an der umgangssprachlichen Sprechweise mit unvollständigen Sätzen und eingefügten Redewendungen angelehnt ist. Man hat seine Stimme immer im Ohr, wenn der allwissende Erzähler uns durch die Geschichte führt, natürlich immer mit Andeutungen gespickt, das ja alles noch viel schlimmer kommen würde.

Und er spart dabei nicht mit bösen Beobachtungen. Wenn man die Argumente der Hundehalter und der Hundegegner in diesem Buch liest, bleibt einem das Lachen manchmal im Hals stecken, so genau hat er den Ton getroffen.

"Wie die Tiere" ist schwarz, gallig und Hundeliebhabern vielleicht nicht unbedingt zu empfehlen... aber mir hats gefallen!

Wolf Haas

Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren. Nach Abschluss seines Linguistik-Studiums arbeitete er zwei Jahre als Uni-Lektor in Swansea (Südwales). Seit 1990 lebt er in Wien. In Österreich wurde er unter anderem durch seine Mazda-Werbung sowie die Kampagne "Lichtfahrer sind sichtbarer" bekannt.

Auszug aus dem Titelverzeichnis:





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