Originaltitel: Le baiser papillon
Roman. Goldmann Verlag 2000
221 Seiten, ISBN: 3442151597

Ein heißer Sommertag in Nizza. Die neunzehnjährige Muriel ist auf dem Weg zur Universität. "Wenn ich Medizin studiert hätte, hätte ich nicht diesen Weg genommen" meint sie später zu ihrer Mutter.
Ein schwerer Unfall, langwierige Operationen, Bluttransfusionen.
Danach geht das Leben weiter wie bisher. Studium, dann die Möglichkeit, nach Kanada zu gehen. Und dort, fern der innig geliebten Familie krank zu werden, im Krankenhaus die niederschmetternde Mitteilung zu erhalten: "Sie sind HIV-positiv".
Warum ich? Bzw. Warum sie fragt sich die Mutter, die diese letzte Zeit mit ihrer Tochter gemeinsam lebt, den Weg in den sicheren Tod mit ihr geht.
Es ist sicherlich für jeden von uns eine erschreckende Vorstellung, eines Tages mit der Auskunft konfrontiert zu werden: Sie haben Aids. Noch dazu, wenn ausgerechnet die, die mein Leben hätten retten sollen, es zerstört hätten: die Ärzte, eine infizierte Blutkonserve.
Da ich erst vor wenigen Wochen "Es wird mir fehlen, das Leben" von Ruth Picardie gelesen habe, fällt der Vergleich mit dem "Schmetterlingskuss" jedoch ganz deutlich für Ruth Picardie.
Was mir beim Schmetterlingskuss gefehlt hat, waren die Schwächen der Beteiligten. Es ist natürlich schwierig, über ein Buch zu urteilen, das so viele persönliche Gefühle preisgibt, andererseits denke ich, es hätte auch nicht geschrieben werden dürfen, wenn man nur positives dazu äußern darf.
Zu süß, zu glatt - das ist mein Fazit, obwohl das Thema und auch das Schicksal der Muriel mich schon sehr betroffen gemacht hatten.
Colette Gudj, in Algerien geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet heute im südfranzösischen Nizza als Professorin für moderne Literatur. Muriels Geschichte erzählt sie in Form eines langen Briefes an ihre Tochter.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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