Originaltitel: Figuranten
Roman. Diogenes 1999
462 Seiten, ISBN: 325723578X

Berühmt wollen sie werden, sehr berühmt - zumindest einer von ihnen soll ein Filmstar werden. Davon ist Broccoli überzeugt. Deshalb bezahlt er auch - Elviras Schauspielunterricht, und überhaupt alles, was er, Ewald und Elvira so unternehmen. Verliebt sind sie wohl beide ein wenig in diese Frau, aber das tut der Freundschaft keinen Abbruch. Sie lungern ständig in irgendwelchen Bars und Restaurants herum, um Kontakte zu knüpfen, wie Broccoli sagt. Und wenn sich keine Kontakte einstellen wollen, liegt es daran, daß wohl doch nur erfolglose Leute dort verkehren.
Sie schaffen es dann zumindest in einem Film mitzuspielen, der wohl nie gesendet würde - aber wenn auch nur ein Regisseur sie darin erstmal sieht, sind sie schon in Hollywood, davon ist Broccoli überzeugt.
Und eines Tages, nicht lange, nachdem seine Eltern doch mal wieder aus der Versenkung aufgetaucht waren, um in rasender Eile einzupacken, muß Broccoli feststellen, daß sein Bankkonto leer ist…
Daß die Protagonisten dieses Romans letztendlich in der geschlossenen Anstalt enden, verwundert nicht.
Zu idiotisch sind die Vorstellungen, die sie von der Welt und ihrer Rolle darin haben.
Haarsträubender Unsinn, darunter kann man einen großen Teil des Buches zusammenfassen.
Erst zu dem Zeitpunkt, als Broccolis Eltern auftauchen, ändert sich das etwas.
Das Kapitel dieser überstürzten Flucht ist wirklich herrlich komisch, skurill und atmosphärisch dicht.
Die abschließenden Kapitel sin ddann auch etwas gemäßigter in dem Sinn, daß sie nicht nur aus Aneinanderreihungen von Albernheiten bestehen.
Der 1971 geborene Autor aus den Niederlanden mag ja in seinem Heimatland sehr erfolgreich sein - ich persönlich verstehe das nicht, mir war das zu viel leeres, pubertäres Geschwätz.
Arnon Grünberg, 1971 in Amsterdam geboren, arbeitete nach seinem Verweis von der Schule unter anderem als Apothekenhelfer, Tellerwäscher und Verleger. Seit 1995 lebt und arbeitet er vorwiegend in New York.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
©28.06.1999 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing