Originaltitel: The End of the Affair
Roman. dtv Der TaschenbuchVerlag 1951
245 Seiten, ISBN: 3423084189
Es gab eine Zeit im Leben von Maurice Bendrix, da wähnte er sich glücklich. Es herrschte zwar Krieg, aber in ihm war es Licht, er konnte schreiben und merkte, wie er vorankam - und das alles verdankte er ihr, Sarah. Sarah hatte er bei den Recherchen für ein Buch kennen gelernt; sie war die Frau eines Mannes, den er in seiner Eigenschaft als hoher Beamter befragen wollte.
Doch dann, aus ihm unerklärlichen Gründen, verlässt sie ihn nach einem Nachmittag voller Liebe, der durch Bombenhagel unvergesslich wurde.
Jahre später trifft Maurice Sarahs Mann wieder - und nun erfährt er ausgerechnet von diesem, dass er sich Sorgen macht, dass er Sarah verdächtigt, eine Affäre zu haben. Eifersüchtiger als ihr Ehemann engagiert nun Maurice einen Privatdetektiv, da er nun endlich erfahren will, warum Sarah ihn damals verlassen hat - und wen sie nun liebt...
Nachdem ich vom "Stillen Amerikaner" wenige Monate zuvor so begeistert war, hatte ich mich sehr darauf gefreut, erneut Graham Greene zu lesen. Ich wurde zwar bereits vorher darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem Buch um einen seiner katholischen Romane handeln würde, konnte mir aber keine rechte Vorstellung davon machen, wie das mein Lesevergnügen beeinträchtigen würde.
Nun: es ist die moralische Grundhaltung des Romans, die ermüdend und völlig unzeitgemäß erscheint. Greene hat es nicht geschafft, mir plausibel zu machen, wieso Sarah sich so völlig wandelt, wie ihre radikale Hinwendung zur Kirche geschieht. Dass dann auch noch eine verschwiegene Taufe im Kindesalter als Begründung mit herangezogen wird, hat bei mir dazu geführt, dass ich endgültig die Lust am Buch verloren habe (das allerdings zum Glück nicht besonders dick ist).
Das einzige, was dann eben doch für Lesbarkeit und Lesefreude sorgt, ist Greenes Gabe, manche Gedankengänge auf den Punkt und in eine literarisch ungemein ansprechende Form zu bringen.
Somit wurde mir die Lust auf weitere Greenes nicht verdorben - dieses Buch würde ich allerdings nicht unbedingt weiterempfehlen.
Graham Greene wurde 1904 in Berkhamsted, Großbritannien, geboren und starb 1991 in Vevey, Schweiz. Er trat mit 22 Jahren zum Katholizismus über, lebte längere Zeit in Westafrika und Mittelamerika und zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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