Originaltitel: Cold Comfort Farm
Roman. (englischsprachiger Verlag) 1932
240 Seiten, ISBN: 0140274146
Nach dem Tod ihrer Eltern sieht Flora Poste sich plötzlich ohne ausreichende Mittel, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Den Ratschlag ihrer Freundin, sich doch um einen Job zu bemühen, mit dem sie ihr Auskommen sichern könnte, lehnt sie rundweg ab - schließlich hat sie immer noch Verwandte, und sie ist der Meinung, das irgendeiner davon sie sicherlich aufnehmen wird.
Alle Bittbriefe, die sie an ihre Familie schreibt, werden angenommen; doch die Einladung nach Cold Comfort Farm erscheint ihr am Interessantesten, vor allem, da sie ein großes Betätigungsfeld für sich ahnt.
Ihre schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten, als sie auf der Farm ankommt; niemand kümmert sich groß um sie, aber es ist unschwer zu erkennen, wie groß die Differenzen innerhalb dieser Familie sind, die nach wie vor von Ada Doom regiert wird, die einst etwas Ekliges im Holzschuppen sah und seither mit eiserner Faust und Androhung von Gesundheitsschäden regiert.
Tatkräftig erkennt Flora bald, wo sie ansetzen muss, um diese krankhaften Abhängigkeiten zu unterbrechen, um den einzelnen Familienmitgliedern zu etwas mehr persönlichem Glück zu verhelfen...
... und das ist zwar in der Zusammenfassung ganz nett und unterhaltsam zu lesen, bei der Lektüre des Romans selbst habe ich mich aber über weite Strecken entsetzlich gelangweilt.
Man kann zwar erkennen, dass diese Text eine Persiflage auf eine ganz bestimmte Art von Gesellschaftsromanen ist, die gerade zur Zeit des Erscheinens vorherrschend waren; aber diese Überspitzung geschieht nicht etwa auf subtile Weise, sondern eher mit dem Holzhammer. Während ich unmittelbar nach der Lektüre noch sehr genervt war, überwiegt im Nachhinein aber doch die leichte Amüsiertheit über die überspannte Erzählweise - was mich ehrlich gesagt selbst am meisten überrascht.
Trotzdem: für eine Empfehlung reicht das nicht aus. Zumal ich immer noch nicht weiß, was denn damals eigentlich im Holzschuppen passiert ist…
Stella Dorothea Gibbons wurde 1902 in London geboren. Sie studierte Journalismus, arbeitete 10 Jahre lang bei verschiedenen Zeitungen, ua dem Evening Standard. 1933 heiratete sie den Schauspieler und Sänger Allan Webb, mit dem sie eine Tochter hatte. Sie starb 1989.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
©23.09.2003 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing