Originaltitel: The Hippopotamus
Roman. Diana Verlag 2002
421 Seiten, ISBN: 3453199820

Einst hatte Ted Wallace als aufstrebendes literarisches Talent gegolten - doch davon war heute nicht mehr viel übrig geblieben. Auch mit seiner Karriere als Theaterkritiker hatte es nach einem peinlichen Zwischenfall ein Ende; als daher seine Patentochter Jane ihn eines Abends in einem Pub anspricht und ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag macht, kommt ihm das ganz gelegen.
Einladen lassen sollte er sich, auf das Landgut seines alten Freundes Michael - dessen Sohn David Teds Patensohn war. Und dann hätte er nichts weiter zu tun, als an Jane zu berichten, was ihm bei seinem Aufenthalt wiederfahren würde. Nähere Anhaltspunkte bekam er nicht geliefert; nur so viel drang zu ihm vor, dass er dem Wunder von Janes mysteriöser Heilung von Leukämie auf die Spur kommen könnte.
Nach und nach füllten sich die Gästezimmer auf dem Schloss; und langsam dämmert auch Ted, was die ganzen Besucher hier erwarten - und von wem ihnen dieses Heil zuteil werden soll...
Es wäre zu viel verraten, hier näher auf den Heilsspender und seine dazu angewandten Praktiken einzugehen; aber allzu zart besaitet sollte man beim Lesen besser nicht sein.
Aus wechselnden Perspektiven erzählt wird die Geschichte mal in Briefform, mal als Tagebuch weiter vorangetrieben; eine Chance, die Fry auch dazu nutzt, sich mit unterschiedlichen Sprachstilen auszutoben. Und obwohl die Handlung im Laufe der Zeit reichlich absurd wird, und ich manchmal, wenn ein neues Kapitel, ein neuer Brief begann, den Gedanken an eine längere Passage im gewählten Stil kaum ertragen konnte - auf der nächsten Seite hatte er mich wieder, der Zauberkünstler Fry. Hatte mich gefangen mit einer herrlich sarkastischen Beschreibung, mit einer göttlichen Floskel, mit einer Doppeldeutigkeit, die es in sich hatte. Kurz gesagt: es ist egal, was Fry schreibt, schon alleine die Art und Weise, WIE er es erzählt, verspricht Lesegenuss.
Und wenn er dann auch noch eine so witzig-absurde Geschichte wie hier im Nilpferd erzählt, sind ein paar vergnügliche Stunden garantiert. Viel Spaß!
Stephen Fry, "wurde im 20. Jahrhundert geboren und wird im 21. sterben", wie er als einzige Selbstauskunft angibt - oder für die, die es genau wissen wollen: geboren am 24. August 1957 in London. Er ist in Großbritannien nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Schauspieler und Entertainer bekannt geworden; unter anderem mit Verfilmungen von "Oscar Wilde", "Gosford Park", etc.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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