Celia Fremlin - Der lange Schatten

Originaltitel: The Long Shadow
Krimi. Diogenes 1973
259 Seiten, ISBN: 3257226578

Imogen wünscht sich eigentlich nur noch eines - in Ruhe um ihren erst kürzlich verstorbenen Mann trauern zu können. Auf ihre Art und Weise - und nicht ständig von Argusaugen beobachtet, ob sie denn nun auch wirklich die angemessene Form von Unglücklichsein zur Schau trägt.

Denn sie kann sich auch noch sehr gut daran erinnern, als was für ein Ekel ihr Mann sich manchmal entpuppen konnte - und das bei all der Liebe, die sie ihm entgegenbrachte, bei all dem Spaß, den sie miteinander haben konnten. Wird sie je wieder mit einem Menschen so sehr lachen können?

Doch vorerst ist an Ruhe nicht zu denken. Überfallsartig ziehen ihr Stiefsohn, die Stieftochter samt Mann und Kindern, die Exfrau ihres verstorbenen Mannes, und noch eine Studentin bei ihr im Haus ein.

Doch damit nicht genug: wie aus heiterem Himmel wird sie auch noch von einem Erpresser belästigt, der behauptet, er wisse genau, dass sie am Tod ihres Mannes schuld wäre... und er könne es beweisen...

Auch wenn mir am Ende die Motivation einiger Personen nicht schlüssig wurde, ich sie genau genommen ziemlich an den Haaren herbeigezogen fand, kann ich doch nicht umhin, mal wieder die unzähligen Details und Beobachtungen zu würdigen, die Celia Fremlin in ihre Romane so geschickt einbaut.

Celia Fremlin

Celia Fremlin, am 20.6.14 in Middlesex, England, als Tochter eines viktorianischen Gentleman geboren, studierte in Oxford klassische Philologie und Philosophie, erhält danach aber nur Hilfsjobs. Nach dem 2. Weltkrieg und dem Aufziehen von 3 Kindern beginnt sie zu schreiben und erhält bereits für ihren ersten Roman, "Die Stunden vor Morgengrauen" einen "Edgar".

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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