Originaltitel: Hot Money (dt. Erstausgabe unter dem Titel "Totes Rennen")
Krimi. Diogenes 2000
356 Seiten, ISBN: 3257231601


Nach drei Jahren des Schweigens die Stimme seines Vaters wieder am Telefon zu hören, überrascht Ian Pembroke dann doch etwas. Er brauche seine Hilfe, meint Malcolm. Vor kurzem war seine fünfte Frau umgebracht worden - der Grund für das Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn. Diese Frau hätte es nur auf sein Geld abgesehen, meinte Ian damals vor der Hochzeit -und hatte daraufhin eine Ohrfeige kassiert. Seine vielen Halbgeschwister waren über das Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn nicht unglücklich gewesen - schließlich galt er immer als dessen Liebling. Und die Befürchtung war groß, dass dieser Sonderstatus ihm den Löwenanteil des großen zu erwartenden Erbes sichern könnte.
Und irgendjemand hat wohl auch vor, schneller an sein Erbe zu gelangen - denn der Grund, warum Malcolm Ian um Hilfe gebeten hatte, war ein versuchter Mordanschlag. Den die Polizei nicht ernst genommen hatte; zu sehr sah es nach einem Ablenkungsmanöver aus, als wolle er den Mordverdacht, der auf ihm lastete, dadurch abschwächen. Doch schon beim ersten Treffen mit Ian gibt es einen weiteren Zwischenfall - ein Auto versucht, beide zu überfahren.
Dass Malcolm nun auch noch beginnt, für unvorstellbare Summen teure Pferde zu kaufen, schreibt die Familie natürlich auf Ians Konto; wer sonst könnte derartigen Einfluss auf den Vater haben? Und da Ian seinen Lebensunterhalt als Assistent eines Trainers bestreitet und zudem Amateurrennen reitet liegt diese Schlussfolgerung für die Familie auf der Hand. Einer nach dem anderen rufen sie bei ihm an, lauern ihm auf der Rennbahn auf - alles nur, um zu verhindern, dass Malcolm noch weiterhin ihr Erbe verschleudert. Es wäre schließlich ihr Geld - dieser Meinung sind sie zumindest.
Ian wird bald klar - wenn er wirklich herausfinden will, wer seinem Vater nach dem Leben trachtet, dann muss er die Ursachen in der Vergangenheit suchen. Die komplizierten Familienverhältnisse haben schon seit jeher für permanente Spannungen gesorgt; und da jede der unterschiedlichen Mütter für ihre Kinder nur das Beste wünscht, neigen sie dazu, Intrigen zu spinnen.
Wie Ian dann langsam seinem Vater wieder näherkommt, seine Geschwister und ihre Sorgen und Nöte kennenlernt, das alles hat Dick Francis in gewohnt meisterhafter Manier erzählt. Hintergründig, spannend, packend - einfach gut geschrieben!
Dick Francis, geb. am 31.10.1920 als Richard Stanley Francis in Wales, war einst einer der bekanntesten Hockeys Englands, der auch für den Stall der Queen Mum antrat, bis 1956 ein Sturz seine Karriere beendete. Er hat bislang - 38 Bücher geschrieben. "Scherben" war laut seiner eigenen Aussage sein letztes Buch, das er Königin Elisabeth, der Königinmutter, zum 100. Geburtstag gewidmet und erst auf ihre Bitte hin überhaupt noch geschrieben hatte. 2006 erschien dann aber ein weiterer Krimi, "Gambling / Under Orders", bereits in der Koautorschaft mit seinem Sohn Felix Francis. 3 weitere gemeinsame Romane folgten. Dick Francis verstarb am 14. Februar 2010 89jährig auf den Kaimaninseln, wo er zuletzt lebte, an Altersschwäche.
©16.07.2001 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2009 LESELUST Daniela & Markus Brezing