David Francis - Die Agapanthusblüte

Originaltitel: Agapanthus Tango
Krimi. Blanvalet 2002
381 Seiten, ISBN: 3764501340

Staub. Hitze. Eine Farm im Outback, weit weg von aller Zivilisation. David bleibt die meiste Zeit sich selbst überlassen. Seine Mutter sieht er in letzter Zeit nur noch durchs Fenster; ans Bett festgebunden, mit einem Löffel im Mund am Schreiben gehindert. Dann ist sie tot. Und sein Vater verscharrt sie einfach im roten Staub, in der Nähe des Flusses.

Noch in der selben Nacht haut der zwölfjährige von zu Hause ab.

Einige Jahre später lebt er in Amerika, trainiert Pferde und lernt dabei Callie kennen, eine talentierte Reiterin, die aber mit einer großen Portion Grausamkeit und Verrücktheit ausgestattet ist. Das Spiel von Nähe und Distanz, das sie mit ihm spielt, bringt ihn immer weiter zu seinen alten Problemen, seinen Wurzeln zurück; den quälenden, unbeantworteten Fragen der Kindheit. Bis er nach Australien zurückkehrt...

In Australien und Großbritannien soll diesem Roman viel Aufmerksamkeit zuteil worden sein.

Der Grund dafür blieb mir beim Lesen des Buches allerdings verschlossen; allerdings lag das mehr an der eigentlichen Handlung als am Stil des Autors. Francis vermag die flirrende Hitze, die Einsamkeit und das Unverständnis des Zwölfjährigen gut zu vermitteln auch das ambivalente Verhältnis zu seinem Vater, als er nach Jahren zurückkommt.

Aber die Protagonisten blieben mir bis zuletzt fremd und, was schwerer wiegt: sie blieben mir gleichgültig.

David Francis

David Francis, in Australien geboren und aufgewachsen, ist von Beruf Rechtsanwalt. Zur Zeit lebt und arbeitet er in Los Angeles. Er hat sein Land bereits mehrmals erfolgreich bei internationalen Reitturnieren vertreten. "Die Apaganthusblüte", in England beim angesehenen Verlag Fourth Estate erschienen, hat bei Lesern und Kritikern große Begeisterung ausgelöst. David Francis wird demnächst die Arbeit an seinem mit Spannung erwarteten zweiten Roman beenden.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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