F. Scott Fitzgerald - Der große Gatsby

Originaltitel: The Great Gatsby
Roman. Diogenes 1970
204 Seiten, ISBN: 3257201834

Bei einem Abendessen mit seiner Cousine Daisy hört Nick den Namen dieses Mannes zum ersten Mal: Jay Gatsby. Der Mann, der dieses große, von Musik und Licht erfüllte Haus direkt neben Nicks kleinem Häuschen besitzt, bei dem jeden Abend Unmengen von Leuten auftauchen, um zu feiern, ohne meist den Gastgeber auch nur zu kennen.

Dafür wird umso mehr über ihn getratscht. Er soll einen Menschen umgebracht haben, und woher sein Reichtum stammt, ist auch nicht so ganz klar.

Nick erlebt einen Sommer mit allen Vergnügungen der wirklich Reichen - mit Tom, Daisys Mann, mit Gatsby - sie leben ganz nach ihren Launen, ohne Rücksichten zu nehmen.

Eines Tages äußert Gatsby eine seltsame Bitte - Nick möge doch Daisy zum Tee einladen; und er würde ganz zufällig auch vorbeikommen. Fünf Jahre hat er sie nicht mehr getroffen, fünf Jahre, in denen er nicht aufgehört hat, sie zu lieben. Seinen ganzen Reichtum hatte er nur für sie gescheffelt - sie, die damals nicht auf ihn warten wollte, weil er zu arm war....

Was für eine Welt entsteht hier vor dem Auge des Lesers! Eine Welt voller Musik, Partys, charmantem, sinnlosem Geplapper, Strömen von Alkohol, Flirts, Seitensprüngen, schönen Kleidern, Geld - viel zu laut und schrill, um auf Nuancen zu hören.

Obwohl Gatsby, der sein frisch erworbenes Geld protzig zur Schau stellt, alles verkörpert, was Nick abstößt, findet er ihn trotzdem am Ende der Geschichte als den einzigen, der moralisch integer geblieben war.

Das Leben mit einem Traum, für diesen Traum zu führen und dann, wenn er erreichbar wird, feststellen zu müssen, dass die Realität dem nicht gewachsen ist, hat Fitzgerald hier wunderbar geschildert.

Nicht umsonst wird dieser Roman zu den Großen gezählt - unbedingt empfehlenswert!

F. Scott Fitzgerald

F. Scott Fitzgerald, geboren am 24. September 1896 geboren, fängt bereits am College zu schreiben an. Nach seiner Heirat mit Zelda verbringen sie einige Jahre in Paris, wo sie mit Hemingway und Gertrude von Stein zusammentreffen. Er stirbt 1941 in Hollywood an einem Herzinfarkt.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©01.01.2001 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing