Nino Filastò - Die Nacht der schwarzen Rosen

Originaltitel: Le notte delle rose nere
Krimi. Aufbau Verlag 1999
384 Seiten, ISBN: 3746616026

Missmutig sitzt Scalzi in einem Restaurant. Nicht nur, dass das Essen miserabel war, sein Client, der ihn eigens an diesen Ort bestellt hatte, war nicht erschienen. Kurz bevor er selbst wieder fahren wollte, taucht dessen Fahrer auf und bringt Scalzi in mörderischem Tempo zu einem Boot.

Dort versteckt Carruda sich derzeit. Er wäre dahin geflüchtet, weil ein gewisser Sarcí ihm mehrmals täglich unverhohlen drohen würde. Deswegen solle Scalzi jetzt eine Anzeige erstatten - denn Sarcí stört auch noch bei den (schmutzigen) Geschäften Carrudas. Darüber will er Scalzi jedoch nicht mehr erzählen.

Über die Art dieser Geschäfte erfährt Scalzi ein paar Tage später mehr, als plötzlich eine Frau in seiner Kanzlei erscheint. Ihr Verlobter, ein Amerikaner, der die Echtheit von einigen Skulpturen feststellen sollte, ist vor ein paar Tagen tot aufgefunden worden. Ein Unfall, sagt die Polizei - Mord, meint die Verlobte. Ist es Zufall, dass ausgerechnet Carruda auch ein Interesse an diesen Skulpturen hat?

Also fährt Scalzi nach Livorno, um ein paar zusätzliche Informationen zu beschaffen. Die seltsamen Drohbriefe, vor denen Carruda geflüchtet war, hatte auch der Forscher erhalten; und - Sarcí war zur fraglichen Zeit auch in Livorno, das steht fest.

Der Umgang mit Drohbriefen wird langsam inflationär, als Scalzi nach einem Besuch bei Sarcí selbst welche erhält - doch ein paar Tage später ist dieser tot, Carruda verhaftet, und sein Freund, mit dem er gemeinsam den Sarcí den Besuch abgestattet hatte, verschwunden.

Die Polizei will immer noch nichts davon wissen, dass die Morde zusammenhängen könnten.

Und immer wieder führen alle Spuren zu den Skulpturen.

Eine Reise nach Paris, Dorgendealer, Kunstschmuggler, Eifersucht und alte Freundschaften - mit alldem muss Scalzi sich noch herumschlagen, ehe er selbst eine Antwort findet.

Streckenweise war ich ziemlich verwirrt, wer denn nun mit wem wann und warum zu tun hatte. Erpresst wurde, wie es scheint, reihum, und so ganz klar ist mir die Rolle so mancher Person noch immer nicht.

Zudem hatte ich immer das Gefühl, dass es mir wohl wesentlich leichter gefallen wäre, mich in dieser verwirrenden Geschichte zurechtzufinden, wenn ich schon die vorherigen Scalzi-Fälle gelesen hätte.

Aber Hunger habe ich bekommen beim Lesen - es muss einem ja das Wasser im Mund zusammenlaufen bei diesen Schilderungen der toskanischen Küche und des Weines!

Ein richtiges Urlaubs-Sommerlesebuch (und nicht nur für Italien geeignet!)

Nino Filastò

Nino Filastò, geb. 1938, lebt in Florenz. Rechtsawalt aus Familientradition, zuzeiten auch Theaterregisseur, intimer Kenner der toskanischen Kunstszene, Autor mehrer Kriminalromane.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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