Janet Evanovich - Einmal ist keinmal

Originaltitel: One for the Money
Krimi. (englischsprachiger Verlag) 1994
320 Seiten, ISBN: 0312990456

Vor sechs Monaten hatte Stephanie Plum noch einen halbwegs ordentlich bezahlten Job als Desouseinkäuferin, eine nett eingerichtete Wohnung, ein neues Auto - und jetzt nur noch Probleme. Der fehlende Job, der daraus folgende Mangel an Geld, kosteten sie nicht nur ihre Selbstachtung, sondern auch den Großteil ihrer Möbel und das Auto.

Geld muss her, und zwar rasch - da nimmt man auch die Hilfe der Familie wieder in Kauf. So kommt Stephanie zu ihrem Cousin Vinnie, der sich auf Kautionsgelder spezialisiert hatte. Eigentlich sollte sie dort einen Ablagejob machen - doch mehr Geld, das erkennt sie schnell, ist drin, wenn man sich um die Fälle kümmert, wenn ein Angeklagter nicht zum vereinbarten Gerichtstermin erschienen ist.

Und besonders lukrativ ist die Angelegenheit, wenn es sich um einen Mörder handelt - wie Joe Morelli. Der Name ist Stephanie nicht ganz unbekannt - schon als Kind konnte sie seinem Charme nicht widerstehen, und nun sollte sie ihn der Polizei ausliefern? Aber vor allem: wie sollte sie ihn erstmal finden?

Der Zufall spielt ihr in die Hände, und innerhalb weniger Stunden hat sie ihn aufgestöbert. Doch das alleine reicht nicht, wie sie rasch erkennen muss - auf ihre Bitte alleine hin folgt er ihr noch nicht in die nächste Wachstube. Hilfe muss her - und kommt mit Ranger, einem weiteren Kopfgeldjäger unter Vinnies Kommando. Seine Auffassung von den Rechten eines Kopfgeldjägers sind ziemlich weitläufig gesteckt, und geht sehr schnell auch auf Stephanie über, die sich zum Beispiel Joe Morellis Auto aneignet, um ihn weiter zu verfolgen.

Bald aber kommen ihr Zweifel, ob Joe denn wirklich der Täter war - und ihre Schnüffeleien scheinen einigen Leuten nicht zu gefallen...

Die Krimireihe um Stephanie Plum wurde mir schon lange empfohlen und als besonders witzig angepriesen. Nun - ich fand diesen ersten Band der Reihe nicht witzig und schon gar nicht geistreich sondern hab mich ziemlich gelangweilt. Schon nach den ersten 20 Seiten war klar, worauf es hinauslaufen würde - dass der Flüchtige, den sie verfolgt, natürlich unschuldig ist, sie für ihn entflammt und ihm bei der Suche nach dem wahren Mörder hilft.

Somit fällt der Spannungsfaktor bei der Handlung schon mal weg. Und die Rahmenhandlung? Die ist so haarsträubend, dass mir die Lust am Buch sehr rasch vergangen ist. Eine Dessouseinkäuferin wird so mir nichts, dir nichts Kopfgeldjägerin... erhält jeweils ziemlich exakte Informationen darüber, wo die anderen Delinquenten (außer Joe Morelli bearbeitet sie ja noch andere Fälle) zu finden sind, so dass man sich fragt: wozu braucht man sie dann überhaupt? Und der Rest der Handlung ist so platt, dass der einzige Unterhaltungswert darin liegt, wie weit die Autorin damit denn noch gehen will. Von psychologischer Raffinesse keine Spur, dafür ein Kalauer nach dem anderen - "Einmal ist keinmal" lautet der deutsche Titel. "Einmal und nie wieder" mein Urteil.

Janet Evanovich

Janet Evanovich lebt in New Hampshire und ist über ihre Website www.evanovich.com erreichbar.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©09.06.2003 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing