Originaltitel: Tote Tage
Krimi. Rütten & Loening 2001
310 Seiten, ISBN: 3352005796
Eine Brille mit Fensterglas, eine andere Haarfarbe, ein Bart, wo früher keiner war - das soll Roberts Leben schützen. Robert nennt sich nun Gabor, lebt als Buchhändler in Berlin. Warum? Das fragt er sich an seinen schlechten Tagen selbst. Warum hat er eigentlich Bekir an die Polizei ausgeliefert? Bekir war sein Freund - aber auch der größte Drogenkurier Kölns. Und Bekir hat auch im Gefängnis noch Beziehungen, hat Kuriere, die unterwegs sind, sich an ihm zu rächen.
Untertauchen, so wenig wie möglich auffallen, ist daher seine Devise. Aber Robert vermisst Elena, seine Exverlobte, er kommt nicht zurande mit der Anonymität, mit der Angst - und dann kommt auch noch eine schöne Frau immer wieder in die Buchhandlung, in der er arbeitet. Journalistin sei sie - und sie fragt zuviel. So viel, dass er weiß: er ist hier nicht mehr sicher. Doch er hat sich verliebt...
Und dann wechselt er die Stadt, legt sich eine neue Identität zu, zieht nach Köln. Ab diesem Zeitpunkt war meine Geduld mit diesem Buch dann ziemlich aufgebraucht, denn nun wiederholt sich, was mich schon im Abschnitt davor mehr und mehr gelangweilt hatte. Für mich machte es keinen Unterschied, das Buch auf Seite 100 oder auf Seite 200 aufzuschlagen - der Ton, die Handlung hatten sich in der Zwischenzeit nicht verändert.
Anhand des Klappentextes, der Rahmenhandlung eines Zeugen, der untertaucht und damit nicht zurande kommt, hatte ich mir ein nicht unbedingt spannendes, aber doch interessantes, psychologisch anspruchsvolles Buch erwartet.
Vielleicht liegt meine Aversion gegen das Buch aber auch darin begründet, dass ich mich in die Gedankengänge des Protagonisten weder einfühlen kann noch will; eine Figur, die in mir nur Antipathie weckt und dabei nicht interessant genug ist, mich gerade dadurch an der Stange zu halten.
Guido Eckert, geboren 1964 in Aachen, hat Sinologie studiert und lebt als freier Autor in Köln. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. 1997 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis für literarischen Journalismus und 1998 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Literatur.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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