Jean Echenoz - Ich gehe jetzt

Originaltitel: Je m´en vais
Roman. Berlin Verlag 2000
387 Seiten, ISBN: 3442760798

"Ich gehe jetzt" sagt Félix Ferrer zu seiner Frau, lässt seinen Schlüssel da und verschwindet. Er kann nicht lange ohne Frau leben, also gibt es rasch wieder eine in seinem Leben, die ebenso rasch durch die Nächste ersetzt wird.

Seine Galerie hat schon bessere Zeiten erlebt; Die Nachfrage der Sammler geht zurück, die Künstler, die er unter Vertrag hat, entwickeln sich nicht wie erwartet.

Trotzdem schenkt er der Idee seines Assistenten erst kaum Aufmerksamkeit, der von einer wertvollen Kunstsammlung spricht, die bei einem Schiffsunglück im ewigen Eis verloren ging, aber relativ genau lokalisiert werden könnte.

Die plötzliche Nachricht vom Tod dieses Assistenten und dessen Hinterlassenschaft - die Schiffsposition - veranlassen Ferrer, sich auf mit Eisbrecher und Schlittenhunden in die Kälte zu begeben. Schatz gefunden, geborgen und sicher nach Hause gebracht; erste Schätzungen zeugen vom hohen Wert der gefundenen Antiquitäten.

Wie gewonnen, so zerronnen - noch ehe Ferrer auch nur eine Diebstahlversicherung abgeschlossen hat, wird bei ihm eingebrochen....

Dieses Buch lässt sich für mich am besten mit einem Wort charakterisieren: langweilig.

Zwar zeichnet es sich durchaus durch feine Ironie aus, was ich normalerweise sehr schätze, und sprachliche Ausrutscher wie "In Port Radium war die Sonne ebenso wenig untergegangen wie er ins Bett", die leider häufig zu finden sind, schreibe ich im Zweifelsfall eher der Übersetzung zu.

Es ist keine Qual, dieses Buch zu lesen, da habe ich schon ganz anderes erlebt, aber hätte ich es nicht in der Straßenbahn gelesen, ohne Alternative, ich weiß nicht, ob ich es - einmal aus der Hand gelegt - nochmals weitergelesen hätte.

Jean Echenoz

lebt in Paris. Er gehört zu den renommiertesten französischen Autoren seiner Generation und hat seit 1979 neun Romane veröffentlicht, von denen bisher lediglich drei auf Deutsch erschienen sind. "Ich gehe jetzt" wurde im Herbst 1999 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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