Originaltitel: Hiroshima, mon amour
Roman. Suhrkamp Verlag 1965
119 Seiten, ISBN: 3518133047

Zwei Menschen begegnen sich. Wie? Das ist unwichtig. Was man von ihnen weiß, ist, dass sie nun gemeinsam in einem Zimmer liegen, eng umschlungen, und sich unterhalten. Wo? Das ist schon wesentlicher. In Hiroshima. Und sie ist hier, weil sie bei einem Film mitwirkt. Einem Friedensfilm, wie sie zu dieser Zeit häufig in Hiroshima gedreht werden. Und er? Er lebt hier.
Sie wird in wenigen Stunden abreisen. Und sie will ihn in dieser Zeit nicht mehr sehen. Doch er kommt zum Drehort, und wieder geht sie mit ihm. Und diesmal erzählt sie ihm - erzählt ihm das, was sie seither niemandem erzählt hat. Von ihrer Liebe zu dem deutschen Soldaten in Nevers und wie dieser erschossen wird. Und sie nur noch bei ihm bleiben kann, bis er stirbt - und dann als Kollaborateurin geschoren wird. Den Rest des Krieges im Keller verbringt.
Bleib, bittet er sie. Doch sie kann nicht. Will nicht. Kann nicht...
Auch wenn man - wie ich - sträflicherweise den Film nicht gesehen hat: die Bilder, die Marguerite Duras in wenigen Worten entwirft, sind so lebhaft, dass dieses Wechselspiel aus heiler, glatter schöner Haut und den schrecklichsten Gräueln des vergangenen Jahrhunderts eine beängstigende Realität erschaffen, die unweigerlich in ihren Bann zieht.
Ich zumindest werde mein Versäumnis so bald als möglich nachholen, den Film sehen, und die filmische Umsetzung auf mich wirken lassen...
Marguerite Duras, die 1914 in Giadinh / Indochina geboren wurde und später in Frankreich lebte, starb am 3. März 1996 in Paris. Sie ist sowohl durch ihre Romane als auch durch ihre Dramen, Hörspiele und Filme in Deutschland bekannt geworden.
©25.07.2003 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2009 LESELUST Daniela & Markus Brezing