Diego De Silva - Gewisse Kinder

Originaltitel: Certi Bambini
Roman. Berlin Verlag 2003
180 Seiten, ISBN: 3827004713

Bevor Rosario morgens, nachdem er mit seinem Spiegelbild zufrieden war, aus dem Haus ging, kümmerte er sich um seine Großmutter, versorgte die stark verwirrte Frau. Danach wartet er auf der Straße darauf, welche Aufträge ihm diesmal erteilt werden. Rosario ist zwölf Jahre alt.

Den ganzen Tag sich selbst überlassen weiß er seit klein auf, wie er sich auf der Straße behaupten kann; der Machtkampf hat früh eingesetzt. Aber nun gehört er schon zu den Großen, wird mit Aufgaben betraut, die über kleine Einbrüche hinausgehen; nun wird von ihm verlangt, dass er einen Menschen tötet...

Die Grundidee dieser Geschichte ist gut und aufrüttelnd; Kinder, die von klein auf zum Töten, zum Stehlen erzogen werden, deren moralisches Gewissen nie geprägt wurde, die mit Gewalt groß geworden sind. Dass Rosario nicht aus dem Impuls grausam sein zu wollen stiehlt und tötet, schimmert dabei immer wieder durch; wird er von der richtigen Umgebung aufgenommen und geprägt, verrichtet er mit Leidenschaft Dienstarbeiten an den Armen.

In einer Kritik habe ich gelesen, dass beim Übertragen ins Deutsche etliche Stellen gestrichen wurden, die wohl für das Verständnis dieses Buches von nöten gewesen wären; doch für mich hätte es auch nicht ausgereicht, auch diese Stellen noch zu lesen.

Mein Problem war vielmehr, dass ich die Idee bereits kannte, aber die Verpackung mir nicht zugesagt hat - ich konnte mit der Sprache des Autors nicht viel angefangen, und auch der Inhalt konnte mich darüber nicht hinwegtrösten.

Schade, ich hatte mir gerade nach Niccolo Ammaniti mehr von diesem Autor hier erwartet.

Diego De Silva

Diego De Silva ist 1964 in Neapel geboren. Er lebt als Rechtsanwalt in Salerno. Gewisse Kinder ist sein zweiter Roman.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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