Originaltitel: Veronika Decide Morrer
Roman. Diogenes 2000
218 Seiten, ISBN: 3257233051

Veronika hat sich genügend Tabletten besorgt. Sie hatte beschlossen, die Tabletten einzeln zu nehmen, sie nicht alle zusammen in Wasser aufzulösen und schnell zu schlucken - nein, sie wollte die Möglichkeit haben, mittendrin aufzuhören.
Der Grund für diesen Selbstmord? Es lag nicht daran, dass sie Probleme gehabt hätte - die gab es nicht. Sie war hübsch, wurde begehrt, hatte einen sicheren Job, hatte liebevolle Eltern, die alles für sie tun würden. Sie hatte alles erlebt - und wollte nicht, dass dies für den Rest ihres Leben so bleiben würde.
Doch so einfach wird ihr der Weg in den Tod nicht gemacht - sie wird gefunden, erwacht in einer Anstalt für Geisteskranke.
Es dauert Wochen, bis sie aus ihrem fortwährendem Dämmerzustand erwacht - und sie erfährt, dass sie zwar mit ihrem Selbstmordversuch nicht erfolgreich war, aber ihr Herz nun dauerhaft geschädigt sei. Die Zeit, die ihr noch bleibt, ist begrenzt.
Warum sollte sie diese Zeit noch abwarten? Warum darf sie nicht sofort sterben? Aber langsam erfährt sie in dieser Zeit in der Anstalt, wie es wäre, seine Verrücktheiten zu leben, statt zu unterdrücken….
Die Märchen, die Paulo Coelho schreibt, sind leicht zu verstehen - er vermittelt die Botschaft, die er unter die Leute bringen will, sehr direkt, aber auch auf eine sehr charmante Weise.
Diesmal geht es darum, Gefühle zuzulassen, Schwäche zeigen zu können, zu den eigenen Verrücktheiten zu stehen.
So wie Veronika, die zu sterben beschließt, und dann angesichts des nun nicht mehr freiwilligen Todes - ihr Herzfehler - erst entdeckt, dass Hass, Zorn ebenso ihre Berechtigung haben wie die Liebe.
Im Gegensatz zum "Alchimisten" ist der Handlungsort dieses Buches sehr real, doch das Märchen bleibt.
Im September 2010 kam die Verfilmung des Stoffs mit Sarah Michelle Gellar, Jonathan Tucker und David Thewlis unter der Regie von Emily Young ins Kino.
Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, begann ein Jurastudium, bevor er zwei Jahre lang Südamerika, Europa und Nordafrika bereiste. Zurück in Brasilien, schrieb er Theaterstücke und Songtexte, wurde Redakteur eines Musikmagazins und Angestellter von Polygram und CBS. 1980 kündigte er seine Stelle, studierte fünf Jahre lang in einem alten spanischen Orden und legte den Pilgerweg nach Santiago de Compostela zu Fuß zurück; Erfahrungen, die in seine Bücher eingeflossen sind.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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