Rafael Chirbes - Die schöne Schrift

Originaltitel: La buena lettra
Roman. Verlag Antje Kunstmann 1999
141 Seiten, ISBN: 3453171489

Ana und ihr Mann heiraten während des spanischen Bürgerkriegs - die Zeit des gemeinsamen Glücks ist nur von kurzer Dauer, dann zieht er in den Krieg.

Nach Friedensschluss ist sein Bruder Antonio im Gefängnis - die Familie versorgt ihn mit Lebensmitteln, die sie sich selber vom Mund absparen. Als er endlich frei kommt, zieht er erst zu seinem Bruder; etwas wie Glück beginnt wieder, der wirtschaftliche Aufschwung geht Hand in Hand damit.

Doch bald schon fängt Antonio an, die Wochenenden wegzubleiben, stiehlt seinem Bruder Geld. Und eines Tages kommt er mit seiner neuen Frau nach Hause, Isabel. Diese schreibt jeden Abend in ein Buch, mit einer schönen Schrift, die keines der anderen Familienmitglieder beherrscht.

Es dauert nicht lange, und die beiden beginnen sich vom Rest der Familie abzugrenzen, leben besser, ziehen auch bald in ein eigenes Haus - und der Kontakt zu den ärmeren Familienmitgliedern wird so gering wie möglich gehalten.

Erst im Alter, als Anas Mann lange tot ist, kommen sie sich wieder näher...

Ein kurzes, berührendes Buch. Anas Leben war voll von Entbehrungen, der Leidenschaft, die ihr vom falschen Mann entgegengebracht wurde, hatte sie entsagt.

Ein Buch, das die Geschichte der einfachen Leute in einer geschichtlich bedeutsamen Zeit erzählt - lesenswert!

Rafael Chirbes

Rafael Chirbes, 1949 in Tabernes de Valldigna bei Valencia geboren, studierte in Madrid Geschichte und lebt heute als freier Publizist in Denia und in einem Dorf in der Estremadura.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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