Originaltitel: Without a Hero
Erzählung(en). Hanser Literatur Verlag 1999
294 Seiten, ISBN: 3446197729

15 Geschichten sind hier zusammengefasst. Geschichten voller Sarkasmus und Zynismus, oft skurril und überraschend.
In Großwildjagd wird Afrika auf einer Farm in Amerika nachgestellt. Ein zum zweiten Mal verheirateter Immobilienmakler will sich vor seiner schönen und kalten Frau beweisen, ihr ein paar Trophäen fürs Wohnzimmer schießen. Doch auch wenn sich keines der "wilden freilebenden" Tiere ohne Menschenhilfe noch am Leben hätte halten können - die Kräfte sollte man dennoch nicht unterschätzen...
Ohne Held - ein frisch geschiedener wird mehr oder weniger zufällig zum Mäzen einer russischen Immigrantin. Diese lebt bei ihm, geht mit seinem Geld einkaufen, lässt sich sein teures Fahrrad stehlen, telefoniert stundenlang nach Russland oder sonst wohin - doch all der Luxus reicht nicht für sie - sie will eine Liebe, für die sie sterben kann.
Fleischeslust, die Titelerzählung, spielt kurz vor Thanksgiving. Zufällig taucht eine militante Tierschützerin in seinem Leben auf; und sie zieht in mit, er fängt auch an, vor Pelzgeschäften zu demonstrieren. Und vor allem ist er selbstverständlich mit dabei, als es gilt, die Truthähne zu befreien - ein Versuch, der noch nicht mal für die Truthähne ein gutes Ende findet...
In diesem Erzählband waren Geschichten dabei, die mich sofort massiv in ihren Bann gezogen haben, die mich ob ihres Sarkasmus oder der starken Idee, die fühlbar war, angesprochen haben.
Doch es sind auch einige schwächere Geschichten dabei - die man zwar liest, an deren Inhalt man sich aber schon wenige Seiten nicht mehr wirklich erinnern kann. Dazu zählen für mich vor allem auch die Geschichten in Italien. Hier kommt sein Zynismus einfach nicht treffend rüber, finde ich.
Zumindest einige der Geschichten kann ich wirklich allen ans Herz legen, die entweder diesen Autor ohnehin schon kennen und lieben, oder dies noch nachholen wollen.
Thomas Coraghessan Boyle, geboren 1948 in Peekskill, New York, unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
©08.10.1999 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing