Robert Bober - Berg und Beck

Originaltitel: Berg et Beck
Roman. dtv Der TaschenbuchVerlag 2000
183 Seiten, ISBN: 3423129786

Als Kinder waren sie die besten Freunde: Berg und Beck. Gemeinsam war ihnen in dieser Zeit außer ihrer Leidenschaft für den Radsport natürlich auch ihrer beider Lage als Juden.

Beck´s Eltern hatten damals die Warnung vor der Razzia nicht, wie die Bergs, ernst genommen - sie waren deportiert worden, man hatte nie wieder von ihnen gehört.

Jahre später, nach dem Krieg, arbeitet Berg in einem Kinderheim für jüdische Waisen; die Erinnerungen der Kinder, ihr Leiden, und ihre Art, damit umzugehen, lösen in Berg den Wunsch aus, auch seiner alten, unvergessenen Freundschaft zu Beck wieder neues Leben einzuhauchen.

Es ist kein durchgehender Roman; was Robert Bober hier geschaffen hat, sind vielmehr Fragmente, Erinnerungen einzelner Menschen, die durch den Rahmen des Kinderheims lose verknüpft sind.

Auf eine sehr sensible Art und Weise zeigt er auf, dass der Krieg 1945 einfach noch nicht vorbei war, dass die, die zwar überlebt hatten, noch immer mit den Schatten der Vergangenheit zu kämpfen haben. Er zeigt dies ohne Zeigefinger; aber zu lesen, was es bedeutete, mit diesen Kindern zu leben, macht tief betroffen.

Der einzige Punkt, an dem das Buch für mich an Tiefe verlor, waren die Briefe, die Berg an Beck schrieb; hier klang für mich zu viel Pathos mit.

Berg und Beck ist ein sehr stilles Buch. Und eines, dessen Geschichten einen noch sehr lange verfolgen.

Robert Bober

Robert Bober, geboren 1931 in Berlin, arbeitete zunächst als Schneider, Töpfer und Erzieher, bevor er sich als Regisseur und Dokumentarfilmer großes Ansehen erwarb.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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