Joachim Bessing - Wir-Maschine

Originaltitel: Wir-Maschine
Roman. DVA 2001
205 Seiten, ISBN: 3421052980

Eines Abends passiert es einfach. Barbara, die Frau, die Gumbo schon häufiger gesehen und aus der Ferne für ihre Eleganz bewundert hatte, spricht ihn an, nimmt ihn mit... und bietet ihm sogar einen Job an. Bei der Agentur "Wildcard" in der sie auch selbst arbeitet. Die Chance, auf die er solange gewartet hatte; er wusste ja, dass es sich lohnte, schon rechtzeitig in den richtigen Hemden an den richtigen Orten gesehen zu werden!

Francis ist der Eigentümer von Wildcard. Und ohne ihn läuft da auch nichts; die Entwürfe, die seine Mitarbeiter ihm vorlegen, zerfetzt er zuallererst in der Luft um dann doch nur Kleinigkeiten daran zu ändern.

Dann ist da noch Walter, eine gescheiterte Existenz, der zu seinem Unglück noch nicht mal für seinen Lebensinhalt arbeiten muss, und Alfred, der, als er noch jung genug war, ein gefragter Werbetexter war. Heute trifft man ihn hauptsächlich an der Theke der Ostaria.

Bruno ist es, der diese ganze Lebensform nicht mehr akzeptieren kann; und er beschließt, etwas dagegen zu unternehmen. Radikal.

An einem Punkt bin ich mir völlig sicher: Der Autor hat auf jeden Fall Bret Easton Ellis gelesen. Und auf seine Art auch versucht, seinen Stil auf Deutschland zu übertragen.

Herausgekommen ist ein wirres, inhaltsleeres Buch in schrecklicher Sprache, in dem manche Passagen zwar gut geschrieben sind, von guter Beobachtungsgabe zeugen, aber insgesamt ein Roman, der diesen Titel nicht verdient, und ein Buch, das ich keinem empfehlen möchte.

Joachim Bessing

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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