Gabriel Barylli - Butterbrot

Originaltitel: Butterbrot
Roman. S. Fischer Verlag 1987
252 Seiten, ISBN: 3596104033

Die Geschichte ist doch immer wieder gleich: Mann und Frau lernen sich kennen und lieben. Irgendwann beschließen sie, zu heiraten - und das ist meist der Anfang vom Ende.

So war es auch bei Martin, oder seinem Freund Stefan. Nach der Trennung ziehen die beiden erstmal zusammen - und stellen fest, dass eine Männer-WG wunderbar funktionieren kann, auch ohne im Chaos und Schmutz zu versinken.

Derart vorberietet trifft Martin auf Maria - eine Frau, bei der alles anders, einfach richtig sein könnte…

Es ist schon einige Jahre her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich habs damals übrigens auch all meinen Freunden zum Lesen gegeben (die teilweise alleine wegen des ersten Satzes, der unten angeführt ist, interessiert waren) - und damals war ich hellauf begeistert.

Heute sehe ich die Sache etwas differenzierter; die Lamentiererei des Herrn Barylli über missungene Beziehungen und seine Beschreibungen, wie eine perfekte Begegnung zwischen zwei Menschen aussehen könnte, gehören nicht unbedingt zur literarischen Meisterklasse.

Aber ein vergnügliches, liebenswertes Buch ist es noch immer!

Frauen alles zu verzeihen, nur weil man mit ihnen ins Bett gehen möchte, ist Selbstmord.

Ich kenne keine einzige, die nicht genau wüsste, dass sie mit den Männern alles machen kann, was sie will - nur weil die begonnen haben, sich auf das Spiel einzulassen - und dieses Spiel der Spiele nennt man Liebe. Die Karten sind ungerecht verteilt, und das weiß jeder, der sich an den Tisch setzt, denn auch das gehört zu dieser Partie. Einer hat die Hände voller Asse, der andere hat nur Kreuz-Sieben.

Mein Gott, was soll´s - ich habe aufgehört - ich will nicht mehr - der Jackpot ist geleert - ich geh nach Haus.

Nach Haus…

Ein schönes Wort - es stimmt nicht mehr, weil alles nicht mehr stimmt, wenn man anfängt, die Augen aufzumachen und der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Besser gesagt - wenn die Wahrheit einem die Augen öffnet, und man nicht mehr anders kann, als hinzusehen und zu erkennen, dass die Erde keine Scheibe ist.

Durchschaubar!


Gabriel Barylli

Gabriel Barylli wurde 1957 in Wien geboren. Nach seiner Schauspielausbildung am Wiener Reinhardt-Seminar folgten Engagements am Burgtheater in Wien, in Berlin und Salzburg und zahlreiche Rollen für Film und Fernsehen

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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