Alessandro Baricco - Novecento

Originaltitel: Novecento
Erzählung(en). Piper Verlag 1991
80 Seiten, ISBN: 3492230857

Eines Tages wird am Flügel eines Ozeandampfers ein neugeborenes Kind gefunden. Der Steuermann nimmt sich seiner an; er nennt es nach dem neuangebrochenen Jahrhundert, Novecento. An jedem Hafen findet sich eine neue Ausrede, warum er nicht von Bord und ordnungsgemäß angemeldet werden kann.

Als sein Ziehvater stirbt, beschließt der Kapitän, nun endlich Ordnung zu schaffen, den Jungen zur Schule zu schicken. Doch im Hafen angelangt, ist er verschwunden - und taucht erst, als sie schon wieder auf hoher See sind, wieder auf, klavierspielend, wie man nie zuvor jemanden spielen hörte.

Von nun an ist er der Klavierspieler - in der ersten Klasse spielt er nach Noten, doch nachts, in der dritten Klasse, spielt er seine Musik, die die Menschen zu Tränen rührt, Musik, die es eigentlich gar nicht gibt.

Sein Ruhm dringt auch ans Festland, und der "Erfinder des Jazz" will sich in einem Wettstreit mit ihm messen. Doch was weiß Novecento von Wettkämpfen?

Und einmal, ein einziges Mal, beschließt er, tatsächlich von Bord zu gehen, das Meer vom Land aus anzusehen...

Der Autor weiß selbst nicht, wie er diese Seiten bezeichnen sollte - eine Erzählung? Eigentlich war es für einen einzelnen Schauspieler gedacht. Die Regieanweisungen hat er im Text gelassen.

Die Beschreibungen der Musik, die Novecento vollbringt, gehören zum Schönsten, was ich diesbezüglich bisher gelesen habe!

Alessandro Baricco

Alessandro Baricco, geboren 1958 in Turin, studierte Philosophie und unterrichtet Schreiben an der von ihm gegründeten Scuola Holden. Er schrieb vier Romane, die weltweit übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden, Theaterstücke und Essays.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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