Originaltitel: A Trouble of Fools
Krimi. Rowohlt Verlag 1987
150 Seiten, ISBN: 3499432641

Kein schlechter Tag für Carlotta Carlyle - erst ein Schreiben, dass sie und T.C. Carlyle bei einem Preisausschreiben 20.000 Dollar gewonnen hätten, und das ganze auch noch ohne Kleingedrucktes! - und dann kommt noch eine Klientin, eine reizende ältere Dame, deren Bruder verschwunden ist. Und sie zahlt bar.
Der einzige Haken beim Preisausschreiben ist die Tatsache, daß T.C. Carlyle nicht etwa Carlottas Ehemann, sondern ihr Kater ist. Und der Preis soll nur ihnen beiden übergeben werden, das ist die einzige Bedingung.
Und der verschwundene Bruder hatte auch nicht etwa die Kuratel der älteren Schwester satt; er muss in etwas Unangenehmes verwickelt gewesen sein, soviel steht fest.
Carlotta kommt zugute, dass sie selbst früher als Taxifahrerin für das Unternehmen gearbeitet hat, in dem der Verschwundene angestellt war. Es ist nicht allzu schwierig, den alten Job wieder anzufangen, um die alten Kollegen etwas auszuhorchen.
Die sind alle der Meinung, ihr Kumpel wäre nach Irland abgehauen. Irland, das Land, von dem sie alle noch träumen; ihr Irland, das sie von den Briten verlassen sehen wollen. Deshalb hatten sie auch die alte gällische Bruderschaft wieder aufleben lassen, um etwas Unterstützung für "zu Hause" zu sammeln. Ein harmloser Alt-Männer-Verein? Dafür ist zu viel Geld im Umlauf....
Die Verbindungen, die Carlotta noch aus ihrer Zeit als Polizistin hat, helfen ihr jetzt auch als Privatdetektivin sehr weiter. Da ist Mooney, ein alter Kollege, der ihr nicht nur beruflich aus der Patsche helfen will; und da ist auf der anderen Seite Sam, der Chef ihres alten Taxi-Unternehmens, den sie nach wie vor sehr beeindruckend findet.
Beruflich hat Carlotta es nicht nötig, sich ein X für ein U vormachen zu lassen; doch privat ist sie ausgesprochen verletzlich. Von ihrem Mann ist sie schon seit langer Zeit getrennt; seither versucht sie, Männer weitgehend aus ihrem Gefühlshaushalt herauszuhalten. Ihre Liebe gilt ihrer Pflegeschwester; die behütet sie, soweit es geht. Und dass gerade, weil sie in der Nähe von Paolinas Schule einen Drogendealer entdeckt, dazu beiträgt, einen ganzen Ring auffliegen zu lassen, macht viel vom Reiz dieses Krimis aus.
Wie er mir gefallen hat? Nicht schlecht, aber er hat mich auch nicht gerade gefesselt. Der Krimiplot ist gut und flüssig erzählt, zwar etwas konstruiert, aber nicht allzu schlimm - die Personen sind nicht eindimensional, also ein netter Krimi für zwischendurch.
Linda Barnes, Jahrgang 1949, war Lehrerin für dramatische Künste, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete und vier Bücher mit dem Privatdetektiv Michael Spraggue veröffentlichte.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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