Peter Ackroyd - London. Die Biographie

Originaltitel: London. The Biography
Roman. C. Bertelsmann Verlag 2002
796 Seiten, ISBN: 3813502902

Ein unheimlich dicker Schmöker, der die Geschichte der Weltstadt London von Anbeginn bis heute erzählt - ein Buch, das man als London-Fan wahrscheinlich zwar kauft, aber dann nicht unbedingt darin liest. Zu sehr schreckt der Umfang davon ab, überhaupt anzufangen.

Aber was man damit versäumt! Ich muss ja gestehen, dass ich anfangs auch nur durchblättern wollte. Ich habe auch bis heute nicht alles in diesem Buch gelesen - aber es liegt auf meinem Nachtkästchen und wird fast jeden Abend zur Hand genommen; eine kleine Entdeckungsreise quer durch die Jahrhunderte.

Die Struktur des Buches kommt mir dabei sehr entgegen. Peter Ackroyd erzählt die Geschichte Londons nicht linear, sondern nach Themen. Da kann man der Wandlung Londons von der heiligen Stadt zur Sündenmeile folgen, kann verfolgen, welche Gewerbe sich wann wo in der Stadt niedergelassen hatten; man erlebt die großen Plagen, die Pest, den Brand mit, erfährt natürlich auch viel von den Gesichtern, die die Stadt begleiteten.

Dabei zeichnet sich Ackroyds Stil dadurch aus, trotz des trockenen Themas lebendig und mitreißend zu sein, an Fakten zwar nicht zu sparen, aber dennoch den Text damit nicht zu überladen.

Kurzum: ich bin mehr denn je der Meinung, dass diese Biographie einer Stadt für London-Fan´s ein Muss ist; aber nicht nur fürs Regal, sondern vor allem als Lektüre!

Peter Ackroyd

Peter Ackroyd wurde 1949 in London geboren, wo er auch heute lebt. Er studierte Literaturwissenschaft in Yale und Cambridge und arbeitete viele Jahre für den Spectator und die Times. Ackroyd ist einer der namhaftesten britischen Gegenwartsautoren. Er veröffentlichte zahlreiche Romane und Biographien und erhielt den Somerset Maugham Award, den Guardian Fiction Prize und den Whitbread Award

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©23.12.2002 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing