Stephan Harbort - Der Liebespaarmörder

Originaltitel: Der Liebespaarmörder
Krimi. Droste LiteraturVerlag 2005
322 Seiten, ISBN: 3770011902

In den Fünfzigerjahren wurden in Düsseldorf Liebespaare Opfer eines Mörders, der sie an den einsam gelegenen Stellen, die sie bevorzugten, abfing und grausam ermordete, dabei aber kaum Spuren hinterließ.

In einem aufsehenerregenden Indizienprozess wurde schließlich ein Mann für zumindest einen dieser Morde schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Stephan Harbort, selbst Kriminalhauptkommissar und in beratender Funktion auch fürs Fernsehen tätig (mehr auf seiner Homepage, http://www.stephan-harbort.de, hat dieses Drama aufgerollt und dazu einen Tatsachenroman geschrieben.

Er hält sich, zumindest gibt er das im Vorwort bekannt, so weit es nur irgendwie möglich ist an die Fakten, zitiert zum Teil wörtlich aus den Polizeiberichten der damaligen Zeit, und sät zum Schluss Zweifel daran, ob der Schuldige denn nun tatsächlich gefunden wurde - es gibt dazu kein Geständnis.

Die Tatsache, dass es sich um eine reale Mordserie handelt, macht das Ganze schon spannend; Harbort erzählt auch gut, zumindest da, wo er sich selbst gestattet, zu erzählen. Sehr oft wird nämlich auch zitiert, und da diese Zitate oder auch Fachausdrücke, die verwendet werden, immer unter Hochkomma gesetzt waren, hat das meinen Lesefluss empfindlich gestört.

Dazu kam dann auch noch die manchmal einfach allzugroße Genauigkeit, die in mir den Gedanken aufkeimen ließ: jetzt geht der Profi mit ihm durch...
Trotzdem: es war interessant, es bot viele Interna auch zum deutschen Polizeialltag - nur wers wirklich war, das würde ich jetzt dann doch gerne wissen ;-)

Stephan Harbort

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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