Originaltitel: Life & Times of Michael K.
Roman. S. Fischer Verlag 2004
222 Seiten, ISBN: 3596132525


Schon als Kind aufgrund seines Aussehens auch von seiner Mutter abgelehnt, hat er sich trotzdem ein friedliches Auskommen geschaffen. Als die Mutter dann schwer krank wird und er mit ihr wegwill fängt die Geschichte eigentlich erst an; Michael K kümmert sich, ist da, ist fürsorglich, aber emotional trotzdem irgendwie unbeteiligt, wie auch die Bemerkung nach dem Tod der Mutter zeigt:
aber er vermisste sie nicht, fand er, wenigstens nicht mehr, als er sie sein ganzes Leben vermisst hatte
Man kann Künstler sein, auch ohne heiliges Feuer, man kann Dichter sein, nicht aus der Fülle und dem Reichtum der Emotionen, die in den sprachlichen Ausdruck drängen, sondern aus der Erlebnisdürre, aus dem schieren Mangel an Gefühl. Literatur entsteht nicht nur aus begeistertem Überschwang; sie kann auch als Mangelerscheinung auftreten, als Seelendefizit.
1940 in Kapstadt geboren, lehrt seit 1972 als Literaturprofessor in seiner Heimatstadt. Wurde 2 x mit dem Booker Prize ausgezeichnet und erhielt 2003 den Nobelpreis für Literatur
©25.02.2005 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2009 LESELUST Daniela & Markus Brezing