Reginald Hill - Der Wald des Vergessens

Originaltitel: The Wood Beyond
Krimi. Europa Verlag 1996
475 Seiten, ISBN: 3203780100

Eine Gruppe Tierschützerinnen dringt bei Nacht und Nebel in eine Pharmafirma ein - und stolpert dabei buchstäblich über eine Leiche.
Zwar will die Firma die Damen nicht anzeigen, da man Imageschaden befürchtet - aber dass in diesem Betrieb irgendetwas faul ist, vermuten Dalziel und Wield doch. Außerdem versuchen sie immer noch, eine Verbindung zu ähnlichen Überfällen einige Monate zuvor, auf andere Unternehmen, herzustellen, bei denen ein Wachmann getötet wurde.

Und obwohl Dalziel natürlich weiß, dass er sich mit Zeugen nicht zu persönlich einlassen darf, fasziniert ihn Cap Marvell doch über Gebühr, und er stürzt sich Hals über Kopf in eine verbotene Liebschaft - bis er sie wegen Mordverdacht festnehmen muss.

Natürlich ist auch Peter Pascoe wieder mit von der Partie, doch eigentlich arbeitet er weniger an der Lösung dieses beruflichen Falls, sondern schlägt sich mit den rätselhaften Dokumenten herum, die seine Großmutter ihm hinterlassen hatte. Dass die Enthüllungen über seinen Großvater aber weitaus mehr mit dem Pharmakonzern zu tun haben, als man vermuten würde, bringt sie der Lösung dann doch um einen großen Schritt näher...

Es gibt etliche sehr lange, oft traumartige Rückblicke auf den ersten Weltkrieg, auf die Erlebnisse des Urgroßvaters, der ebenfalls Peter Pascoe hieß und dessen Erinnerungen der DCI heute quasi als Traumerscheinung verinnerlicht, denn bisher hatte er von ihm kaum mehr gewusst, als dass er 1917 in Ypern gefallen war.

Hill benutzt diesen Rückblick um ein Stück britischer Militärgeschichte aufzuzeigen, das gnadenlose Verheizen von Soldaten im Stellungskrieg in Frankreich und die ungerechte Erschießung vieler Männer, die es wagten, den Mund aufzumachen.

Anfangs hatten mich diese Rückblicke irritiert, weil sie zum sonstigen Stil des Buches nicht so recht zu passen scheinen, zudem war mir vieles aus der Auflösung schon sehr früh klar; nicht unbedingt der beste Krimi von Reginald Hill, aber immer noch eine Empfehlung!

Reginald Hill

Reginald Hill, geboren in Cumbria, hat viele Jahre in der englischen Grafschaft Yorkshire gelebt, wo auch seine Kriminalromane um Chief Inspector Peter Pascoe und Detective Superintendent Andy Dalziel "spielen"

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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