Ian Rankin - Die Kinder des Todes

Originaltitel: (14) A Question of Blood
Krimi. (englischsprachiger Verlag) 2003
522 Seiten, ISBN: 0316159182

John Rebus hat sich mal wieder selbst in eine unmögliche Situation manövriert. Man kann es seinen Kollegen nicht verübeln, dass sie seine verbrannten Handflächen in Verbindung bringen mit dem seltsamen Tod eines Kleinkriminellen, der seine Kollegin Shiobhan drangsaliert hatte. Nachdem er zuvor noch mit Rebus in einer Kneipe gesehen worden war, ja, dieser sogar mit zu ihm nach Hause kam, war er wenige Stunden danach nur noch eine Leiche. Eine verbrannte Leiche...

Wieder einmal also ist Rebus vom Dienst suspendiert. Doch zu einem Fall wird er trotzdem hinzugezogen: zu einem Massaker in einer Schule. Zwei Schüler tot, einer angeschossen, und der Täter hat noch vor Ort Selbstmord begangen.

Warum man an dieser Stelle aber Rebus im Boot haben wollte? Nun, der Mann mit der Waffe war, wie auch Rebus selbst, ein Ex-Army-Mann. Es ist ein hartes Training, das hier absolviert werden muss; Rebus hatte es nicht überstanden, er war zusammengebrochen, hatte danach eine ganze Weile gebraucht, um wieder auf die Füße zu kommen. Dass er seither unter Beobachtung steht, weil man eine Tat wie die in der Schule eigentlich eher ihm zugetraut hätte, erfährt er nun im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen.

Daran gefällt ihm so einiges nicht. Dass der Politiker, dessen Sohn glücklicherweise nur verletzt aus dem Massaker hervorgegangen war, die Angelegenheit ausnutzen wollte, um sie politisch zu verwerten, war zwar nur allzu üblich, aber Rebus dennoch ein Dorn im Auge. Dass Jack Bell dazu aber auch Kate mit ins Boot ziehen wollte, die Schwester eines der Ermordeten, die noch dazu mit Rebus verwandt war, gefiel ihm noch weniger.

Und warum die Army gleich zwei Leute für eine ganze Woche zum Schnüffeln abgestellt hatte, lies Rebus ebenfalls keine Ruhe.

Tatsächlich tauchen dann auch bald die ersten Ungereimtheiten auf; und mit Starrsinn und der tatkräftigen Unterstützung von Siobhan gelingt es dann, die bedrückende, überraschende Wahrheit hinter diesen Taten ans Licht zu bringen...

In vielen Kritiken kann man nachlesen, dass dieser Krimi von Rankin zu langatmig wäre, zu verzettelt, nicht wirklich spannend.

Dass sich darin Längen finden, in denen die eigentliche Handlung wenig vorangetrieben wird, stimmt. Mich aber hat das nicht gestört; ich kann mich auch mit den Passagen, in denen Rankin geschickt die Hintergründe beleuchtet und das vielschichtige Beziehungsgeflecht aufdeckt mehr als nur anfreunden.

Für mich wieder ein hochintelligenter, spannender Krimi mit überraschendem und doch plausiblem Ende!

Ian Rankin

Ian Rankin, 1960 in Fife geboren, lebte in Edinburgh und London, bevor er mit seiner Frau nach Südfrankreich zog. Sein erster Roman erschein 1986 und wurde von der Kritik gefeiert. Der internationale Durchbruch beim Lesepublikum gelang ihm schließlich mit seinem melancholischen Serienhelden John Rebus, der mittlerweile aus den britischen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken ist.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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