Anna Seghers - Transit

Originaltitel: Transit
Roman. Aufbau Taschenbuch Verlag 1993
290 Seiten, ISBN: 3746651530

Frankreich zur Zeit der Nazi-Besetzung, Marseille als Hafen zur Freiheit - erinnert mich von der Thematik sehr an Die Nacht von Lissabon von Erich Maria Remarque (und ein bisschen auch an Arc de Triomphe vom selben Autor) - nur mit dem Unterschied, dass Remarque auf mich wesentlich feingeistiger, sarkastisch-witziger wirkt und nicht so ernsthaft-bieder schreibt wie ich es bei der Seghers bislang empfinde.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines naiv-einfältigen Monteurs erzählt, der schon vor Kriegszeiten im KZ war, weil er ein Mensch ist, der sagt, was ihm nicht passt; jetzt wollte er aus dem Arbeitslager noch vor den Deutschen über die Loire (sic) kommen, schafft es aber nicht mehr. In Paris trifft er einen ehemaligen MIthäftling wieder der ihn mit dem Auftrag betraut, einen Brief in einer Pension abzugeben; der Mann, an den dieser Brief gehen sollte, ist allerdings bereits tot, Selbstmord. Und die Pensionswirtin weiß nicht, wohin mit dessen Handkoffer - den dann der Erzähler an sich nimmt, abends dann, weil er seinen Mithäftling nirgendwo mehr findet, aufbricht in der Hoffnung, so rauszufinden, an wen er ihn weitergeben könnte und dabei auf ein Manuskript stößt, das ihn völlig fesselt.

Außerdem enthält es auch den Abschiedsbrief seiner Frau und die Ablehnung des Verlegers... aber der Brief, der ihm zugestellt werden sollte, ist mit einem Visum für Mexiko ausgestattet...

Mir gefällt dieser Tonfall, in dem das Buch erzählt wird, leider so überhaupt nicht *schluchz*... dauernd spricht der Erzähler davon, dass er einen ja nicht langweilen will, und tut dabei doch genau das... es ist alles so bieder, so schlicht, ich finde diese Sprache auch so behäbig.

Anna Seghers

Anna Seghers (1900 - 1983) war eine deutsche Schriftstellerin.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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