Thomas Bernhard - Der Atem (Autobiographische Schriften)

Originaltitel: (4) Der Atem (Autobiographische Schriften)
Roman. Residenz Verlag 2004
101 Seiten, ISBN: 370171374X

Fast zeitgleich mit seinem Großvater, der überraschend ins Krankenhaus muss, erkrankt auch Thomas Bernhard als 18jähriger an einer Lungenentzündung, die er verschleppt hat; nachdem er zu Hause erst als Tachinierer abgestempelt wurde, wird er dann ebenfalls rasch eingeliefert, sein Zustand ist kritisch.

Über mehrere Wochen schwebt er zwischen Leben und Tod, wird seine Lunge punktiert, wird er zum Teil schon ins Badezimmer geschoben zum Sterben - und entscheidet sich doch ganz bewusst dafür, weiter zu atmen.

Sein Großvater, der ihn anfangs noch besuchen kommt, stirbt in dieser Zeit. Die Mutter, trotz aller Schwierigkeiten, die er mit ihr hatte, nach dem Großvater der für ihn liebste Mensch, wird plötzlich ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert.

Mit genauem Blick und ungeheurem Sinn für Humor betrachtet Bernhard die Welt aus dem eingeschränkten Winkel seines Krankenzimmers heraus; beschreibt seine Mit-Kranken, die Visiten der Ärzte.

Als sein Zustand es erlaubt, wird er in eine Art Sanatorium verlegt; und hier fängt er an, das Leben zurückzuerobern, in Spaziergängen die Natur zu entdecken.

Aber seine Entlassung nach Hause am Ende ist nur eine Zwischenstation...

Mich hat die Lebenskraft in diesem doch von Krankheit und Tod handelnden Roman zutiefst beeindruckt und erschüttert; so sehr, dass ich unmittelbar darauf wissen musste, wie es weitergeht (so dass es unter Umständen passiert sein kann, dass ich Einzelheiten vom einen zum anderen Buch verlagert habe in meiner Beschreibung)

Thomas Bernhard

Thomas Bernhard, geboren 1931, starb 1989 in Oberösterreich. Er gilt als einer der wichtigsten österreichischen Autoren der Nachkriegszeit.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©18.05.2007 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing