Ake Edwardson - Der Jukebox-Mann

Originaltitel: jukebox
Roman. Claassen 2004
400 Seiten, ISBN: 3546003586

Bei Ake Edwardson denkt man zuallererst an Krimis.
Das ging mir nicht anders; und da ich, als ich das Buch zum ersten Mal zur Hand nahm Lust auf Mord und Verbrecherjagd hatte, wanderte das Buch damals auch recht rasch ins Regal zurück. Beim nächsten Mal war ich dann schon anders eingestellt ;-)

Der Jukebox-Mann ist Johnny Bergman, der durch die Cafes in Schweden tingelt, in denen er seine Wundermaschinen aufgestellt hat. Er wartet sie, tauscht die Platten aus, hört den Gästen oder auch der Bedienung im Cafe zu, wenn sie von ihren Problemen erzählen, und lässt sich speziell von einer, Elisabeth, immer stärker in ihr Leben hineinziehen.

Das geschieht alles langsam, gemächlich, so wie auch die Wirtschaftlichkeit seiner Jukeboxen immer mehr abnimmt, jetzt, wo die Leute Fernseher und private Plattenspieler besitzen.

Aber im Laufe dieses Sommers, als Johnny immer stärker bewusst wird, dass sein Beruf keine Zukunft hat, merkt er auch, dass es für ihn dennoch ein neues Leben geben kann, endlich ein Zuhause für einen, der das schon als Kind nicht kannte. Und er wagt es, sich endlich auch den Schatten seiner Kindheit zu stellen...

Eine sehr langsame, ruhig dahinplätschernde Geschichte, die einen auch mal ungeduldig machen kann, aber insgesamt gerade durch die zögerliche Annäherung der Protagonisten gewinnt.

Anfangs war mir zwar der Ton und auch der Inhalt zu düster, doch im Laufe des Buches kommt dann doch auch ein gewisser Optimismus zu Tage.

Fazit: besser, als ich anfangs dachte, aber kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss, obwohl es den Leser ganz gut in die 60er Jahre versetzen kann.

Ake Edwardson

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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