Giuseppe Pontiggia - Zwei Leben

Originaltitel: --
Roman. dtv Der TaschenbuchVerlag 2004
224 Seiten, ISBN: 3423132221

"Hauptsache gesund" ist ein Standardspruch, wenn ein Kind zur Welt kommt - was aber, wenn das Kind behindert ist? Wie wird man die Schuldgefühle los, weil man das Kind vielleicht doch nicht vorbehaltlos akzeptiert? Wie lernt man, damit umzugehen? In Bruchstückhaften Erinnerungen breitet der Autor hier seine eigenen Erfahrungen aus

Nachdem ich vor ca eineinhalb Jahren von "Eine persönliche Erfahrung" von Kenzaburo Oe so begeistert war, hatte mir eine Freundin damals im Vergleich dazu Zwei Leben von Pontiggia empfohlen, das sie noch wesentlich stärker beeindruckt hat.

In beiden Büchern geht es um Väter, die mit der Geburt eines behinderten Kindes konfrontiert werden. Bei Oe endet die Geschichte an dem Punkt, als der Vater sich zum Kind bekennt, seine Geliebte verlässt und mit Frau und Kind nach Hause fährt.

Pontaggio setzt hier erst ein; er erzählt vom Leben mit dem Sohn, von der Frustration und den Schuldgefühlen, die einsetzen, vom sensibilisierten Blick seiner Umwelt gegenüber, die ihn Behinderungen plötzlich entdecken lässt.

Es ist kein Roman, es liest sich wie eine Aneinanderreihung von Beobachtungen, Notizen, aber gerade dadurch empfinde ich es als sehr sehr ehrlich.

Giuseppe Pontiggia

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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