Sandor Marai - Die Nacht vor der Scheidung

Originaltitel: --
Roman. Piper Verlag 2004
220 Seiten, ISBN: 3492042872

Die Verhandlung kann nicht stattfinden, weil ich heute meine Frau getötet habe. Und ich bin gekommen, weil ich dir alles erzählen will.« Mit dieser verzweifelten Eröffnung beginnt das nächtliche Gespräch zwischen dem Richter und seinem späten Gast. - Erschöpft ist Christoph Kömüves mit seiner Frau von einer Gesellschaft heimgekehrt. Und als sei die tiefe Unruhe, die an diesem Abend auf ihm lastet, nur eine unerklärliche Vorahnung, erhält er überraschend Besuch von einem Gefährten aus Jugendzeiten: Imre Greiner, dessen Ehe mit der schönen, verwöhnten Anna Fazebas er am folgenden Morgen würde lösen müssen, bittet ihn zu sprechen. Kömüves ist dem Freund seit Jahren nicht mehr begegnet. Doch der angesehene Arzt kommt ohne Umschweife zur Sache, und er sucht Antwort auf eine Frage, die nur der Richter ihm geben kann. Obsession und existentielle Einsamkeit, emotionale Nähe und der Zerfall einer Lebensordnung - unter der Vorahnung des Zweiten Weltkriegs verbinden sich die Schicksale dreier Menschen auf tragische Weise.


Es gibt durchaus Stellen an diesem Buch, die interessant sind - die Einblicke, die man in die ungarische Gesellschaft um die 30er Jahre erhält, sind atmosphärisch gut geschildert.

Die Dreiecksgeschichte jedoch, die in diesen Roman die nötige Spannung bringen soll, ist leider, obwohl ähnlich aufgebaut wie in dem Roman "Die Glut" nicht mal annähernd auf diesem Niveau.

Sandor Marai

Sándor Márai, geboren 1900 in Kassa (heute Slowakei), gestorben 1989 in San Diego. Seine zahlreichen Romane und Tgaebücher, die wie die Werke Robert Musils und Joseph Roths heute zum Kanon der europäischen Literatur dieses Jahrhunderts gehören, in Márais Heimat Ungarn jedoch jahrzehntelang verboten waren, werden nun international wiederentdeckt.

Auszug aus dem Titelverzeichnis:





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