Thomas Lieske - Franklin

Originaltitel: --
Roman. Rowohlt Verlag 2004
384 Seiten, ISBN: 3498039148

Der Klappentext zu dem Roman hatte mich angesprochen:

Phantasie und Zärtlichkeit in Zeiten sibirischer Käölte und Gewalt
1945, bald nach Kriegsende. Eine Lokomotive donnert durch die eisige Tundra Russlands. Das Metall kreischt, Qualm verpestet die Luft. Im Führerstand steht Niel, ein düsterer Mann. Soeben hat er den Niederländer Charles aus einem Nickellager befreit. Nun sind sie auf dem Weg aus der Tiefe der Erde zurück in die zivilisierte Welt - nach Holland. Wenige Jahre später wird dort ein kleiner Junge geboren: Charles' Neffe Franklin Lowendaal. Von seiner Mutter zurückgewiesen, muss er sich einen eigenen Weg durchs Leben bahnen. Das führt ihn in die kalte, kriminelle Welt von Charles und Niel. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Michelle versucht er zu entfliehen.Tomas Lieske erzählt die Geschichte des Außenseiters Franklin, der mit überbordender Phantasie und Daseinslust um sein Überleben kämpft. Ein in kraftvollen Bildern und Rhythmen erzählter Roman, kühn und zart zugleich, der fesselt und ergreift.


Für mich kam hier auf den ersten 50 Seiten keinerlei Lesesog, oder auch nur Interesse an den Figuren auf. Da ist einmal Niel, der als Säugling hinten auf eine Lokomotive geschnallt war, über ihm ein Schwein in Menschenkleidung; diese Lokomotive donnert regelmäßig durch die Hallen, an der Endstation wird Niel gewickelt und gesäugt, aber um das Warum und Wieso bleibt man als Leser erstmal betrogen. (Obs später noch kommt kann ich ja leider nicht beurteilen).

Charles hingegen läuft erst von zu Hause weg, schlägt sich dann auf die Seite der Nazis, dessertiert, wird in Finnland in einem Bauerndorf versteckt, als die Russen dann kommen verschont (während die Finnen erschossen werden) und in ebendie Halle zum Arbeiten gesteckt, durch die Niel (inzwischen erwachsen) immer noch auf der Lokomotive donnert.

Weiter hat es mich dann nicht mehr interessiert... mir war auch der Stil zu knapp, zu abgehackt; aber vor allem war mir das Szenario dann zu bizarr, damit kann ich immer weniger anfangen (denn begonnen hatte ich mit dem Roman vor einiger Zeit bereits einmal und auch damals nicht weit gekommen).

Thomas Lieske

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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