Stephen Fry - Geschichte machen

Originaltitel: Making History
Roman. (englischsprachiger Verlag) 1994
553 Seiten, ISBN: 0099464810

Michael Young studiert Geschichte; und immer wieder beschäftigt ihn der Gedanke: was wäre eigentlich aus der Welt geworden, wenn es Hitler nicht gegeben hätte? Durch seine Bekanntschaft mit dem Physiker Leo Zuckerman, der auch selbst unter dem Holocaust zu leiden hatte, schafft er eine Zeitreise nach Braunau und verhindert Hitlers Zeugung.

Zurück in der Gegenwart findet er sich dann aber in Princeton wieder - und es ist eine ganz andere Welt als die, die er verlassen hatte. Gut, damit hatte er ja auch gerechnet - eine neue, bessere Welt, eine Hitler-lose Welt eben. Aber man verändert die Vergangenheit nicht ungestraft…

Es dauert zu Beginn schon mal wirklich ewig lange, bis endlich Bewegung in die Sache kommt, das eigentliche Handlungselement - die Verhinderung von Hitlers Geburt - endlich in Szene gesetzt wird. Klar, so einiges an Info braucht man vorher, aber er schwofelt mir da ein bisschen zu viel.

Die Idee an sich aber, die ist einfach klasse und auch unterhaltsam umgesetzt. Was mich beim Lesen etwas genervt hat war der Drehbuchstil in manchen Kapiteln.

Insgesamt: 4 Sterne, aber die auch wirklich nur, weils Fry ist und er mir gerade dann in Princeton mit seinen englisch/amerikanischen Sprachspielen so viel Freude bereitet hat. Die deutschen Einsprengsel, die er verwendet hat, fand ich beim Lesen übrigens auch immer mal wieder irritierend.

Stephen Fry

Stephen Fry, "wurde im 20. Jahrhundert geboren und wird im 21. sterben", wie er als einzige Selbstauskunft angibt - oder für die, die es genau wissen wollen: geboren am 24. August 1957 in London. Er ist in Großbritannien nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Schauspieler und Entertainer bekannt geworden; unter anderem mit Verfilmungen von "Oscar Wilde", "Gosford Park", etc.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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