Originaltitel: The Stone Woman
Roman. Diana Verlag 2002
396 Seiten, ISBN: 3453863860
Istanbul, die geheimnisvolle Stadt am Bosporus - das alleine ist schon ein Ort, der Träume beschwört. Wenn man sich als Zeitkulisse dann noch das ausgehende 19. Jahrhundert hinzudenkt, eine osmanische Fürstenfamilie, die am Rande der Stadt in einem Palast lebt, dann hat man die Kulisse dieses Romans vor Augen.
Titelgbend ist eine Felsformation im Garten des besagten Palastes, die einer Frau ähnelt. Die weiblichen Mitglieder des Haushalts vertrauen dieser Figur gerne in Selbstgesprächen ihre Sorgen, Nöte und vor allem Geheimnisse an - und werden dabei, wie könnte es anders sein, auch immer mal wieder belauscht, so dass die Geheimnisse nicht länger als solche gelten.
Das könnte nun also ein ganz netter, unterhaltsamer Familienroman sein - und viele werden ihn gewiss auch so lesen können.
Wenn ich jedoch Selbstgespräche lesen muss, die derart "poetischer", blumenhafter Sprache, und die interessante historische Kulisse samt Geschichts- und Religionskunde dabei auch keine Rettung mehr bietet, dann habe ich leider keinen Spaß an der Lektüre…
Zeruya Shalev - Für den Rest des Lebens
Zeruya Shalev nimmt auch in diesem Roman ihre Leser mit auf eine Reise in die Dunkelkammer der Familien: lieblose Ehen, qualvolle Mutter-Kind-Beziehungen und die Besessenheit von der Gewissheit, dass es für den Rest des Lebens noch mehr geben muss als das, was die Gegenwart bietet. [..MEHR..]
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