Brian Moore - Der Eiscremekönig

Originaltitel: The Emporer of Ice Cream
Roman. Diogenes 1996
301 Seiten, ISBN: 3257228201

Der Klappentext sagt:

Belfast 1939: Der siebzehnjährige Gavin Burke ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe für Gedichte und seinem Lebenshunger - und dieser Zwiespalt kennzeichnet auch seine Beziehung zur jungen, protestantischen Schwesternschülerin Shannon. Durch die Aufnahmeprüfung der Uni durchgefallen, schließt Gavin isch aus Protest gegen seine irisch-nationale, katholische Familie dem örtlichen Luftschutzverein an. Dort erwarten ihn nicht nur Bahren und Bandagen. Er wird auch durch einen Kollegen mit Alkohol, Homosexualität und Politik konfrontiert. Bis Gavin einen Angriff der Deutschen als eine Art tabula rasa, ein Aufräumen mit der beengenden Gegenwart, geradezu herbeizusehnen beginnt… Gavins schwindelerregendes Erwachen aus dem Horrror eines Luftangriffs zu jenem Erwachsensein, nach dem er sich so gesehnt hat, ist ein Meisterstück moderner Erzählkunst.


Mehr als 6 Jahre dümpelte dieses Buch auf meinem SUB bereits vor sich hin - nun habe ich es mir, eigentlich aus "SUB-Bereinigungsgründen" gegriffen, wollte es nur kurz anlesen und dann aus dem SUB streichen aber... dann habe ich mich doch festgelesen.

Es ist zwar kein Buch, das mich wirklich begeistert hat. Vieles ist mir mittlerweile einfach zu fern, diese Situation des despotischen Luftschutzwarts, der dieses jämmerliche Trüppchen schikaniert, die Unterwürfigkeit, das alles ist zwar gut geschildert aber doch auch irgendwie sehr fern, genauso auch wie die verzweifelte Liebe Garvins zu seiner Shannon.

Aber dann, als der Luftangriff der Deutschen tatsächlich kommt, wird das Buch noch einmal richtig gut: Politik, Feigheit, Vorlieben, alles verschwindet plötzlich hinter dieser unglaublichen Angst, und als die beiden jungen Männer sich dann freiwillig dazu melden (mehr oder weniger) die Toten des Angriffs einzusargen, da merkt man erst, was für ein wuchtiger Erzähler Brian Moore eigentlich ist.

Dennoch wirkte das Buch insgesamt eher verstaubt auf mich.

Brian Moore

Brian Moore wurde 1921 in Nordirland geboren. 1948 emigrierte er nach Kanada, wo er als Reporter bei der Montreal Gazette arbeitete. 1959 zog er nach USA um, behielt jedoch die kanadische Staatsbürgerschaft. Er starb am 10. Januar 1999 in Malibu, Kalifornien.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©19.01.2007 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing