Mazarine Pingeot - Die erste Metro

Originaltitel: Premier Roman
Roman. Goldmann Verlag 1999
252 Seiten, ISBN: 3442541212

Ein junges Paar, Anfang zwanzig, kommt aus den Sommerferien zurück in die Stadt. Er kann nach wie vor sein Glück nicht fassen, dass diese schöne und spannende Frau sich ausgerechnet in ihn verliebt hat; sie lehrt ihn aber gleichzeitig auch, dass Liebe nicht einengend sein darf, dass sie frei sein muss, und er findet sich widerstrebend mit seiner Eifersucht ab.
Dann, nachdem einige verführerische Szenen geschildert werden, wird uns ein Panoptikum des Pariser Studentenlebens geboten: wilde Parties, Sex, Drogen, Philosophie, hochintellektuelle Gespräche in den diversen Cafes, Kunst... man langweilt sich so durch, bis dann endlich das kommt, was am KLappentext als Spannungsbogen schon längst angekündigt war: Jetzt verliebt nämlich er sich in eine andere Frau, und erlebt diesen Zwiespalt...
Wer nun aber vermuten würde, dass man als Leser nun mit etwas tieferen Gedanken konfrontiert würde, wird enttäuscht.

Es ist ein Buch, das ganz furchtbar eitel und eingebildet vor sich hinplätschert und dabei unglaublich langweilig ist. Auch sprachlich hat es nichts zu bieten, immer wieder stößt man auf grausam platte Metaphern.

Das Interessante an diesem Buch war wohl, dass er von der unehelichen Tochter Francois Mitterands verfasst wurde. Auf Französisch trägt das Buch den sehr viel sinnigeren Titel "Premier Roman". Wie daraus auf Deutsch "Die erste Metro" werden konnte - das ist ein weiteres Rätsel, ähnlich unverständlich wie die Lobeshymnen auf der Rückseite des Buches.

Mazarine Pingeot

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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