Robert van Gulik - Der Wandschirm aus rotem Lack

Originaltitel: The Lacquer Sreen
Krimi. Diogenes 2005
206 Seiten, ISBN: 3257218672

Richter Di hat vor, auf der Rückreise von einer Dienstreise ein wenig Urlaub zu machen - inkognito. Nur Amtmann Teng informiert er über seine Ankunft; dass dieser seltsam angespannt wirkt, macht zunächst wenig Eindruck auf ihn.

Gemeinsam mit seinem Begleiter, Tschiau-tai, sieht er sich zunächst in der Stadt um, aber schon bald kommt er mit zwielichtigen Gestalten in Berührung, die sich in der Stadt herumtreiben; er belauscht ein Gespräch, in dem Tengs Verhalten kritisiert wird, hört sich dann eine Gerichtsverhandlung an, in der Teng einen Selbstmord ohne Leiche bestätigen soll - und wird am Abend mit einer weiblichen Leiche konfrontiert, in der er sehr rasch die Ehefrau des Amtmanns erkennt.

Und da er schon mal inkognito da ist und ihm der Zugang so leicht gemacht wird, taucht er mit seinem Begleiter in Wei-pings Unterwelt ein und löst nicht nur den Mordfall, sondern auch noch so manches andere Verbrechen in der kleinen Stadt...

Die Krimis um Richter Di haben ja Kultstatus; für mich war es der erste Fall, den ich gelesen habe. Die Figur des Richters existierte wirklich; der niederländische Diplomat Robert van Gulik hat, nachdem er einige Geschichten um ihn übersetzt hatte, anhand von weiteren Kriminalfällen seine Romane geschrieben.

Darin wird auf sehr modern wirkende Weise, und doch fest verankert in einer uns sehr fernen Zeit, nicht nur von Morden und ihrer Aufklärung, sondern viel weiter gefassten Moralbegriffen erzählt.

Gerade für China-Interessierte eine Empfehlung!

Robert van Gulik

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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