Maria Rybakova - Die Reise der Anna Grom

Originaltitel: Anna Grom i ee prizrak
Roman. Rowohlt Verlag 2001
254 Seiten, ISBN: 3871344230

Eine junge Frau schreibt Briefe an den Mann, den sie liebt€ - der sie aber nicht wollte. In diesen Briefen, die sie im Zeitraum von 40 Tagen verfasst, erinnert sie sich an ihre Kindheit, ihre erste Zeit in Berlin, als sie noch nicht Deutsch sprach, an ihre Männer…
das Besondere daran? Während sie diese Briefe schreibt, ist sie bereits tot und wartet darauf, mit dem Totenschiff gen Hades zu fahren…

Zwar hat mich - abgesehen von der Rahmenhandlung, der ich von vornherein etwas skeptisch gegenüberstand - diese Ankunft in Berlin, die Versuche, irgendwie zu existieren, Arbeit zu erhalten ohne Arbeitserlaubnis, das Ausgenutztwerden, die Drohungen und Erpressungen etc. schon interessiert. Aber das wurde immer weniger, war auch stilistisch nicht so geschrieben, dass es auf mich tatsächlich den Eindruck von etwas Neuem, Lebendigem gemacht hätte. Aber vor allem nahm dieser Rahmen des "ich bin tot, ich schreibe aus dem Jenseits" immer mehr Raum ein, und das fand ich ziemlich überzogen. Die verwendeten Bilder haben bei mir kein Echo ausgelöst.

Ich habe dann begonnen, diese Passagen zu überspringen, aber auch das hat meine Lust am Lesen nicht wieder erwecken können - von meiner Seite keine Empfehlung.

Maria Rybakova

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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