Pascal Mercier - Perlmanns Schweigen

Originaltitel: Perlmanns Schweigen
Roman. btb (Bertelsmann Taschenbuch) 1997
639 Seiten, ISBN: 3442721350

Als nach und nach alle Kollegen im Hotel eintreffen, versteht der Sprachwissenschaftler Philipp Perlmann immer weniger, weshalb er als Organisator nicht rechtzeitig die Notbremse vor diesem Kongress gezogen hat; doch nun ist es zu spät, und vor allem wartet jeder auf seinen, Perlmanns, Beitrag - den er nicht geschrieben hat... Doch da ist auch noch das Manuskript des Russen, der es leider nicht zur Veranstaltung schaffen wird - und das er, Perlmann, mit immer mehr Begeisterung übersetzt, statt sich an seine eigene Arbeit zu machen. Eine Notlösung - die ihn erst recht in Schwierigkeiten bringt, als der Russe verspätet doch noch auftaucht... Zwar ist auch die eigentliche "Handlung" dieses Romans an sich schon interessant und lesenswert, was dem Buch aber einen ganz besonderen Reiz verleiht sind die Fragestellungen, mit denen sich der Protagonist auseinandersetzt. Was ist Erinnerung? Welchen Einfluss hat Sprache darauf? Was macht uns aus, wer sind wir, wieweit gehen wir, um unsere Lebenslügen zu verteidigen - man merkt, dass der Autor im "richtigen Leben" Philosophieprofessor an der FU Berlin ist. Seine Romane lesen sich wunderbar - und bieten zudem noch Stoff zum Nachdenken. Eine Empfehlung!

Pascal Mercier

Pascal Mercier heißt im richtigen Leben Peter Bierri. In der Schweiz aufgewachsen, lehrt er heute Philosophie an der FU in Berlin

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

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