Kerstin Gier - Die Mütter-Mafia

Originaltitel:
ChickLit. Bastei Lübbe Taschenbücher 2005
304 Seiten, ISBN: 3404152964

Constanze war in ihrem erwachsenen Leben eigentlich immer verheiratet und Mutter. Zusätzlich einen Beruf? Wozu, ihr Mann verdiente mehr als genug Geld, und was sie genau eigentlich hätte machen sollen, war ihr ohnehin nie klar. Bis zu dem Tag, an dem ihr Mann ihr eröffnete, dass sie sich doch auseinandergelebt hätten und sich trennen sollten. In aller Freundschaft, natürlich. Daher würde er ihr auch das Haus, das gerade durch den Tod seiner Mutter frei geworden wäre, überlassen und sich auch um alle rechtlichen Belange kümmern.

Im Turbotempo fand Constanze sich mit ihren beiden Kindern also in einem mit Mahagoni-Ungetümen vollgestellten Schreckenshaus wieder, ohne Geld auf dem Konto, dafür mit einer pubertierenden Tochter, die den Umzug in die Vorstadt so gar nicht cool fand, und ihrem vierjährigen Jungen, der sich allerdings überall problemlos einpasste.

Die Nachbarn entpuppen sich als klagewütige Kleingeister, der erste Kontakt mit anderen Müttern ist auch nicht gerade erfreulich - aber dann findet sich ein nettes Nachbarpärchen, das im Handumdrehen Constanzes Haus entrümpelt und renoviert, unkomplizierte Kontakte zu anderen Frauen, und schon geht es zu wie in einem Taubenschlag, mit diversen Verwicklungen und mit viel Sinn für Situationskomik und Sprachwitz erzählten größeren und kleineren Katastrophen.

Die Geschichte an sich ist vorhersehbar, keine Frage. Aber die Autorin hat die größeren und kleineren Gemeinheiten, die gerade zwischen Müttern leider immer wieder ausgetauscht werden, auf sehr amüsante Weise aufs Korn genommen. Wenn in ihrer Mütter-Society die Mails zwischen den Mitgliedern hin und her fliegen, dann ist unter der oberflächlichen Freundlichkeit so viel Bosheit versteckt, dass man bei aller Übertreibung doch die vielen kleinen Körnchen Wahrheit nicht leugnen kann.

Ich habe direkt im Anschluss an dieses Buch auch die Nachfolgebände (Die Patin, Gegensätze ziehen sich aus) gelesen, ebenfalls sehr witzig. Aber an diesen ersten Band kommen sie doch nicht heran.

Kerstin Gier

Kerstin Gier, geb. 1966, schreibt im Lübbe Verlag erfolgreich humorvolle Frauenbücher. Einige ihrer Titel waren monatelang auf den Bestsellerlisten. Die DeLIA-Preisträgerin lebt mit ihrer Familie im Bergischen Land.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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