Matthias P. Gibert - Schmuddelkinder

Originaltitel: Schmuddelkinder
Krimi. Gmeiner Verlag 2010
372 Seiten, ISBN: 3839210844

Während Lenz es kaum glauben kann, dass seine langjährige Geliebte Maria sich tatsächlich entschlossen hat, ihren Mann zu verlassen, muss er sie auch schon alleine lassen. Ein alter Mann wurde bestialisch ermordet aufgefunden, ganz offensichtlich vor seinem Tod grausam gequält. Und die Todesursache ist ziemlich speziell.

Ein Motiv ist nicht erkennbar, niemandem ist etwas aufgefallen. Nur ein Zettel liegt unter seinen Papieren, mit dem Hinweis "Dies ist kein Raubmord".

Und so ein Hinweis findet sich schon kurze Zeit später auch bei der Leiche einer Frau, die ähnlich brutal umgebracht wurde. Nur: der Todeszeitpunkt kann sehr genau eingegrenzt werden. Und die Morde fanden zeitgleich statt.

Beiden gemeinsam ist eine Vergangenheit als Erzieher im Karlshof, einem berüchtigten Heim für schwererziehbare Jugendliche. Bei ihren Recherchen stoßen Lenz und sein Partner auf erschreckende Zustände, die in dieser Anstalt herrschten, als unter der Erziehung eher Wegsperren und Einschüchtern verstanden wurde.

Wie despotisch die Erzieher agierten, welche Schäden sie in den Seelen ihrer Schützlinge hinterließen, wird für Lenz und Hain zu einer schmerzhaften Herausforderung.

Und nebenbei darf Lenz sich noch mit den Eifersuchtsattacken von Marias Ehemann herumschlagen, der, als Oberbürgermeister von Kassel, seine Beziehungen spielen lässt um Lenz auch beruflich zu schaden.
Diese Liebesgeschichte und vor allem die dazugehörige Zeitungskampagne haben für mich ein wenig Heiterkeit in einen ansonsten sehr spannenden, gut geschriebenen Krimi eingebracht.

Matthias P. Gibert

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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