Originaltitel: Tu rostro manana, Veneno y sombar y adiós
Roman. Klett Cotta 2010
730 Seiten, ISBN: 3608937161
Der Auftakt dieses letzten Teils der umfangreichen Trilogie war für mich sehr packend. Deza räsoniert darüber, dass man gerne und oft davon spricht, man würde sein Leben für seine Liebsten geben. Doch im Ernstfall nutzen wir sie womöglich sogar noch als Schutzschild - Gedanken darüber, die interessant und spannend sind.
Und auch Deza selbst erkennt, dass er sich nicht richtig einschätzen kann, dass er Dinge tut, die er nie erwartet hätte. Er ist, wie es im Bericht über ihn ja auch zu lesen steht, zwar in der Lage, andere zu deuten, doch nicht sich selbst. Und so wird der kurze Besuch in Madrid zu einem Fiasko.
Louisa, immer noch seine Frau, will ihn nicht sehen, als er kommt um seine Kinder zu holen, schiebt fadenscheinige Gründe vor. Und als er sie dann sieht, ist er geschockt: sie hat ein blaues Auge, wurde offensichtlich geschlagen. Von ihrem neuen Liebhaber, vermutet Deza. Ein Zustand, den er nicht hinnehmen kann, weshalb er tut, was ihn an Tupra noch entsetzt hat…
Obwohl auch in diesem Band die Verflechtung aus Geschichte, philosophischen Gedanken, Anspielungen auf Literatur in grandioser Menge enthalten sind, und ich immer wieder Genuss verspürte, habe ich mich über die für so ein gewaltiges Epos ausgesprochen banale Eifersuchtspassage in diesem Band fast schon geärgert. Zumal es ausgesprochen viel Raum einnimmt.
Erst der letzte Teil, als Deza Peter Wheeler besucht und dieser vom Tod seiner Frau erzählt, kehrt Marias zu seiner gewohnten Größe zurück, wird die Verknüpfung von Geschichte und Privatem wieder zu einer Lektüre, die sich rundum lohnt.
Javier Marías wurde am 20.9.51 in Madrid geboren. Sein Vater ist ein bedeutender spanischer Philosoph. Er ist einer der bedeutendsten Gegenwartsschriftsteller Spaniens.
Zeruya Shalev - Für den Rest des Lebens
Zeruya Shalev nimmt auch in diesem Roman ihre Leser mit auf eine Reise in die Dunkelkammer der Familien: lieblose Ehen, qualvolle Mutter-Kind-Beziehungen und die Besessenheit von der Gewissheit, dass es für den Rest des Lebens noch mehr geben muss als das, was die Gegenwart bietet. [..MEHR..]
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