Originaltitel: Das Lächeln der Fortuna
Historischer Roman. Bastei Lübbe Taschenbücher 2002
1200 Seiten, ISBN: 3404139178
Als Robin von Waringham vom Abt des Klosters, in das er zu Schulzwecken gesteckt wurde, vom unrühmlichen Tod seines Vaters erfährt, bricht eine Welt für ihn zusammen. Nicht nur soll er im Kloster bleiben, er hat auch jeglichen Anspruch auf das Gut Waringham verloren, am dem sein Hezblut hängt.
Dennoch reißt er noch am selben Abend aus dem Kloster aus, um sich dahin durchzuschlagen, wo er sich zu Hause fühlt. Im Gestüt bekommt er die Chance, als Stallbursche anzufangen. Erst natürlich gegen das Misstrauen aller anderen, die in ihm nur den feinen Adelsjungen sehen - doch Robin hat ein ganz besonderes Gespür für Pferde, diie Gabe, sich in sie einzufühlen.
Dem neuen Lord of Warinham kommt natürlich rasch zu Ohren, wer nun seine Pferde versorgt. Er will nicht, dass aus Robin seine Chancen auf die Herkunft komplett verspielt, lässt ihn mit seinem Sohn Mortimer zusammen unterrichten. Doch Mortimer ist ein gänzlich anderer Menschenschlag als sein Vater: gemein, bösartig und hinterhältig, hat er von Anfang an einen grimmigen Hass auf Robin und schadet ihm, wo immer er kann.
Doch wie es eben so ist - ein Lord bleibt ein Lord, und auch Robin bleibt kein Stallbursche. Dass bei seinem Aufbruch in den Krieg allerdings dann auch gleich eine Abrechnung mit Mortimer möglich ist - für eine finale Lösung ist er zu sehr Edelmann - und dann selbst als Waringham in Frankreich aufschlägt, ist erst der Anfang seiner Rehabilitierung.
Im Duke of Lancaster findet er einen mächtigen Fürsprecher, dem er entsprechend auch in den folgenden Irrungen und Wirrungen des Krieges und der Erbfolgestreigikeiten in England zur Seite steht. Dazu sein persönlicher Aufstieg, die alte Fehde mit Mortimer, und natürlich eine gehörige Prise Lieb und Leid vor historischer Kulisse.
Ich kannte erst die beiden Folgeromane der Waringhamtrilogie, die mir - die ich historische Romane nicht sonderlich goutiere - überraschend gut gefallen hatten. Das Lächeln der Fortuna hingegen beinhaltet wieder viele Klischees, die ich in dem Genre ganz allgemein nicht so schätze.
Es liest sich dennoch spannend und trotz der Seitenfülle recht zügig.
Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, in einer Kleinstadt am Niederrhein geboren, studierte nach mehrjähriger Berufstätigkeit Anglistik und Germanistik mit Schwerpunkt Mediävistik in Düsseldorf. Sie wirkte an einem Projekt zur Erforschung anglonormannischer Manuskripte mit. Diese Forschungsergebnisse flossen in ihre weitere literarische Arbeit mit ein. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Literaturübersetzerin. Ihr erster Roman "Jagdfieber" wurde 1996 für den Glauser-Krimipreis nominiert. Wenn sie nicht gerade an einem Roman schreibt, reist sie gern und viel, vor allem in die USA und nach England, oft auch zu Recherchezwecken. Außerdem gehört sie dem Autorenkreis historischer Romane "Quo Vadis" an. Neben der Literatur gilt ihr Interesse der (mittelalterlichen) Geschichte, dem Theater und vor allem der Musik, in fast jeder Erscheinungsform. Rebecca Gablé spielt Klavier, Gitarre, Cello und singt seit vielen Jahren in einer Rockband. Mit ihrem Mann lebt sie unweit von Mönchengladbach auf dem Land.
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